Facebook – Fans und Kontakte für die Zahnarztpraxis?

Facebook – Fans und Kontakte für die Zahnarztpraxis?

Strategie und Kommunikationskonzept der Facebook-Seite

 Im September 2012 verzeichnete das größte soziale Netzwerk 24,3 Millionen aktive Nutzer. Innerhalb eines halben Jahres ist Facebook in Deutschland damit um 7,6 Prozent gewachsen (Quelle: allfacebook.de, September 2012).  Auch immer mehr Zahnarztpraxen gehen mit einer eigenen Facebook-Seite online, sicher mit unterschiedlichsten Zielen und Absichten. Die Facebook-Seite einer Zahnarztpraxis, auch „Fanpage“ genannt, ist schnell eingerichtet. Bevor die Praxis aber zum aktiven Teil einer dialogwilligen Internetgemeinschaft wird, müssen einige wichtige Grundlagen geklärt sein: Ressourcen, Kompetenzen, Strategie!

Das Wichtigste natürlich zu Beginn! Wer sich für den Einsatz einer Facebookseite als Teil der Praxiskommunikation entschieden hat, der muss eins berücksichtigen: Die Umsetzung erfolgt professionell – oder gar nicht. Mal eben eine Seite einrichten, um dabei zu sein, führt nicht zum Ziel und ist langfristig eher negativ für das Image einer Qualitätspraxis.

Praxisinhaber sollten sich darüber im Klaren sein, dass eine erfolgreiche Kommunikation auf Facebook nicht „mal eben nebenbei“ erledigt werden kann. Finanzielle wie personelle Ressourcen müssen im Vorfeld eingeplant werden. Wir gehen an dieser Stelle allerdings davon aus, dass die Aktivitäten in den sozialen Netzwerken seitens der Praxis durchgeführt werden und keine externe Agentur eingeschaltet wird.

Somit steht zunächst die Bereitschaft im Vordergrund, Zeit in den Aufbau der Facebook-Seite zu investieren. Eine Aufgabe, in die möglichst das gesamte Praxisteam mit einbezogen wird. Schließlich repräsentiert die Seite das „Unternehmen Zahnarztpraxis“ und die Mitarbeiter sind der wesentliche Teil dieses Unternehmens. Hier fördern gemeinsame Ideen und Planungen sicher auch die Motivation einzelner Mitarbeiter und ihre Bindung an die Praxis. Zudem sollte das gesamte Team ja auch hinter den Themen und den Inhalten der neuen Facebookseite stehen.

Bei der späteren Betreuung der Seite wird, je nach Größe der Praxis, sicher nicht mehr das gesamte Team mit einbezogen werden. Neben dem – immer – verantwortlichen Praxisinhaber sollten nur ausgesuchte Mitarbeiter, die sich mit den Richtlinien und Regularien auskennen,  Inhalte einstellen und auf Pinnwandeinträge und Kommentare reagieren dürfen. Sie sind sich nicht sicher, ob ausreichend personelle Ressourcen vorhanden sind? Dann wäre es besser, das Projekt Facebook zu beenden!

Für alle anderen geht es jetzt weiter – aber richtig! Gerade für Zahnärzte und Ärzte stellt sich in der Kommunikation immer wieder die Frage: „Was darf ich, was darf ich nicht?“ Eine Frage, die eigentlich einfach zu beantworten ist. Auch die Inhalte und Themen einer Facebookseite unterliegen natürlich den Vorgaben des ärztlichen Berufsrechtes und des Heilmittelwerbegesetzes – um nur zwei der Wichtigsten zu nennen. Auf Einzelheiten kann an dieser Stelle nicht eingegangen werden, aber die gesetzlichen Regeln für die Praxishomepage gelten natürlich auch für die Facebookseite. Immer noch ein Manko bei Ärzten und Zahnärzten: das fehlende Impressum auf der Facebookseite! Ist ein Impressum gar nicht, oder nur unvollständig vorhanden, drohen – unter Umständen teure – Abmahnungen (weitere Informationen und Tipps – auch zur Integration eines rechtssicheren Impressums – finden Sie in den Lesetipps am Ende des Artikels).

Eine Facebookseite  – kein persönliches Profil

Wer eine eigene Facebookseite anlegen will, der benötigt immer ein persönliches Profil, das zu einer natürlichen Person gehört. Diese Art des Facebookprofils erkennen Sie vor allem an dem „Freunde“-Button im Bereich des Profilbildes. Facebookseiten haben diesen Button auch. Hier heißt es aber „Gefällt dir“.

Zurzeit nutzen immer noch viele Zahnärzte ein persönliches Profil, um ihre Praxis auf Facebook darzustellen. Das ist nicht zielführend, da viele Möglichkeiten zur konkreten Ansprache der Zielgruppe nur Facebook-Seiten vorbehalten sind. Wesentlich gravierender: Facebook verbietet die Nutzung persönlicher Profile zur Unternehmensdarstellung. Dies kann im extremsten Fall dazu führen, dass Facebook ihre Seite – die ja keine ist – löscht.

Die Praxisseite: warum und für wen?

Eine Facebookseite enthält die unterschiedlichsten Elemente, die mit diversen Inhalten ausgestaltet werden können. Einige dieser Elemente sind von Facebook fest vorgegeben und werden automatisch mit Inhalten befüllt, wie die Standardreiter „Fotos“ und „Gefällt mir“. Titelbild, Profilbild und natürlich die Beiträge in der Seitenchronik gehören zu den Teilen der Seite, die – je nach Zielsetzung und Ausrichtung – durch individuelle Inhalte glänzen sollten. Welche Inhalte und Themen das sind, hängt natürlich ganz entscheidend von der jeweiligen Zielsetzung der Facebookseite ab. Hier ist die Themenauswahl für Zahnärzte sicherlich deutlich eingeschränkter, als für klassische Unternehmensmarken – vor allem, wenn es um die Kommunikation von Produkten und Dienstleistungen geht. Unabhängig von den Praxiszielen wird die Facebookseite immer relevanter für die Auffindbarkeit der Praxishomepage in der wichtigsten Suchmaschine „Google“. Generell haben Aktivitäten im Social-Media Bereich einen hohen Stellenwert für Suchmaschinen.

Es gibt sicher viele Möglichkeiten, die Facebookseite in die Praxiskommunikation mit einzubeziehen. Bevor das WIE? beantwortet wird (im 3. Teil dieser Serie), stellt sich die Frage nach dem konkreten Ziel der Seite und damit auch nach der Kern-Zielgruppe: Möchte ich die Praxis vorstellen und ein konkretes Image festigen? Möchte ich die Bekanntheit der Praxis steigern? Möchte ich die Seite als Informations- und Servicemedium etablieren, um den Expertenstatus als Zahnmediziner zu festigen? Unabhängig von diesen Fragen orientieren sich die Gestaltung und Darstellung der Themen an der bestehenden Praxisphilosophie und dem Corporate Design der Praxis.

Wer sich beispielsweise als qualitätsorientierte Prophylaxepraxis positionieren möchte, der spricht Menschen an, die bereit sind für ihre Gesundheit zusätzlich Geld zu bezahlen. Schließlich ist die Prophylaxe eine reine Privatleistung, oder durch entsprechende Zahnzusatzversicherungen finanziell mehr oder weniger abgedeckt. Die Inhalte der Facebookseite haben in diesem Fall vor allem drei Themenbereiche verständlich zu kommunizieren: die Bedeutung gesunder Zähne für die allgemeine Gesundheit; die Notwendigkeit einer regelmäßigen Prophylaxe als zentrale vorbeugende Maßnahmen; den Wert der Beratung, der Behandlung und des persönlichen Services für den Patienten in der Praxis.

Welche Möglichkeiten Facebook bietet, um diese Themen der Fangemeinde mitzuteilen und wie ich Fans für die Zahnarztpraxis auf Facebook gewinnen und binden kann – das lesen Sie im dritten Teil unserer kleinen Social-Media Reihe: Seitenaufbau – Fans finden, Fans binden!

Tipps zum Nachlesen und Vertiefen (eine kleine Auswahl)

„Follow me!: Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter und Co.“ (Autoren: Anne Grabs, Karim-Patrick Bannour); „Facebook – Marketing unter Freunden“ (Autoren: Felix und Klaus Holzapfel); „www.futurebiz.de“; „allfacebook.de“; „www.socialmedia-blog.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie die markierten Felder aus.

Facebook