Social-Media in der Zahnarztpraxis: Freunde und Fans auf Facebook gewinnen!

In Kürze erscheint Teil Drei meiner kleinen Serie zum Thema „Facebook in der Zahnarztpraxis“ im Dental-Barometer und in der Recall.

Hier im Blog gibt es den Text schon mal vorab!

Die Zahlen aktiver Facebooknutzer in Deutschland steigen weiter an: im November 2012 sind es knapp 25 Millionen, 378 Tausend mehr Menschen, als noch im Oktober (Quelle: allfacebook.de, November 2012). Auch die Zahl der Zahnarztpraxen, die Facebook zur Kommunikation nutzen wächst zusehends. In den beiden ersten Teilen unserer Serie wurden grundlegende Fragen rund um Ressourcen und Kompetenzen in der Praxis beantwortet. Im dritten Teil der Themenreihe „Social-Media in der Zahnarztpraxis“ geht es um die Interaktion mit den Fans einer Facebookseite.

Sind die ersten Schritte erfolgreich absolviert, stellt sich für viele Zahnarztpraxen die Frage: „Wie erreiche ich denn jetzt die Zielgruppe, mit der ich meine Informationen und Inhalte auf Facebook teilen möchte?“

Zahnarztpraxis Dr. med. dent. Dana Triebel-Regenhardt

Eine Information direkt zu Beginn: In diesem Artikel geht es nicht um die Möglichkeiten des Facebook-Marketings, wie Anzeigen, oder gesponserte Meldungen. Facebook-Marketing ist ein eigenes und sehr komplexes Thema. Wer sich damit beschäftigen möchte, dem empfehlen wir einen Blick in die entsprechende Literatur (siehe Empfehlungen am Ende des Artikels). Ähnliches gilt für die Integration eigener Apps, oder Seitenreiter – auch hier verweisen wir auf die entsprechende Literatur und die Social-Media-Blogs und Foren.

Die Facebookseite – Empfehlung für Freunde

Viele Seiteninhaber stellen sich die Frage, wie sie möglichst viele Fans für ihre Seite gewinnen können. Es sollte aber grundsätzlich nicht darum gehen, die Anzahl der Fans rasant und mit allen Mitteln zu erhöhen. Auch hier gilt: Klasse, statt Masse! Nicht möglichst viele Fans zu begeistern, sondern die Richtigen – das ist die zentrale Aufgabe in der Kommunikation mit der großen Facebookgemeinde. Aber wer oder was sind die richtigen Fans und wie finde ich diese? Diese Frage kann nur in Anbetracht der grundsätzlichen Social-Media-Strategie beantwortet werden. Wir gehen davon aus, dass eine Zahnarztpraxis in erster Linie mit Menschen aus ihrem regionalen Umfeld interagieren möchte. Aktuelle – sowie potentielle – Patienten, Mitarbeiter und Partner stehen hier sicherlich im Fokus.

Wer seine Facebookseite erfolgreich aufbauen und pflegen möchte, der benötigt schon von Beginn an zwei Dinge: interessante Themen und Menschen, die sich genau davon angesprochen fühlen. Fans, die darüber diskutieren und als virale Multiplikatoren die Praxisthemen in ihrem Social-Media-Umfeld weitertragen. An dieser Stelle wird schnell deutlich, dass ein erfolgreicher Facebookauftritt sehr eng an das persönliche Engagement der Praxismitarbeiter – Praxisleitung, wie Praxisteam – gekoppelt ist. Zum einen ist der Start, mit Empfehlungen der Praxisseite für einen umfassenden persönlichen Bekanntenkreis, erfolgversprechend, zum anderen findet sich hier auch eine Schnittmenge zur potenziellen Zielgruppe der Seite. Zahnärzte und Mitarbeiter, die eine deutliche  Distanz zu Facebook und Co. pflegen, sollten von einer Kommunikation in sozialen Netzwerken eher Abstand halten. Allen anderen können wir nur empfehlen, die Chancen der sozialen Netzwerke zu nutzen und zu starten: besser heute, als morgen – aber richtig!

Praxisthemen für die Facebookseite

Der Erfolg der eigenen Seite hängt allerdings immer von der regelmäßigen Aktivität der Seitenadministratoren und den eigenen Inhalten ab. Aber welche Themen und Inhalte sind geeignet, um eine Seite interessant zu gestalten, oder Kommentare und Diskussionen auszulösen? Auch diese Frage sollte immer unter Berücksichtigung der individuellen Kommunikationsstrategie und der Ziele der Facebookseite beantwortet werden. Die gängige Praxis zeigt aber auch hier: Fans und Freunde einer Zahnarztpraxis wünschen sich Informationen und Servicetipps mit einem direkten Nutzen, kombiniert mit einem Blick hinter die Kulissen – und sie interessieren sich für die menschliche Komponente Ihres Praxisteams. Natürlich ist hier die Privatsphäre der Mitarbeiterinnen zu beachten. Fotos und Videos sollten grundsätzlich nur nach Absprache und mit dem Einverständnis aller Beteiligten veröffentlicht werden. Diskussionen über Patienten und Krankheitsgeschichten sind tabu. In Kombination mit aktuellen Serviceinformationen präsentiert die Praxis so einen interessanten Themenmix.

Folgende Themenbeispiele sind für die Praxis denkbar:

  • Informationen zu aktuellen Themen der Mundgesundheit
  • Vorstellung des Praxisteams / Qualifikationen und Weiterbildung
  • aktuelle Änderungen der Öffnungszeiten
  • spezielle Beratungsangebote und Veranstaltungen
  • Vorstellung neuer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
  • Image- und Servicevideos
  • Vorstellung innovativer Technologien
  • Informationen zu Kooperationspartnern und Instituten
  • Präsentation der Räumlichkeiten

Neben der Pflicht, ein rechtssicheres Impressum einzurichten, gelten für die Inhalte auf der Facebookseite selbstverständlich auch alle rechtlichen Vorgaben aus Berufsrecht und Heilmittelwerbegesetz. Zwar eröffnen sich hier immer mehr Möglichkeiten für Ärzte und Zahnärzte, dennoch sollten direkte Werbung und Gewinnspiele eher im Hintergrund stehen.

Sinn und Zweck regelmäßiger Themen ist natürlich die möglichst große Verbreitung innerhalb der Facebookgemeinde. Allerdings ist es nicht so, dass jeder Fan der Praxisseite auch jedes Thema in seinem Nachrichtenstrom / Newsfeed  automatisch angezeigt bekommt.

Jeder Fan erhält die Aktivitäten – die News – der Personen und Seiten, mit denen er vernetzt ist, in seinem Newsfeed auf der Startseite eines Profils angezeigt. Jeder Nutzer kann wählen, ob er seine „Hauptmeldungen“, oder die „Neuesten Meldungen“ angezeigt bekommt. Nicht jeder Beitrag der Facebookseite erscheint automatisch im Newsfeed aller Fans, hier entscheidet der sogenannte Facebook-Edgerank nach drei grundlegenden Kriterien:

  1. User Affinity: Wie oft agiert der Fan mit der Praxisseite? Wie häufig teilt er Inhalte, kommentiert er diese und drückt den „gefällt mir“-Button?
  2.  Weight: Wie hoch ist der Grad der Interaktion es Beitrags generell?
  3.  Time decay: Wie aktuell ist der Beitrag – ist er möglichst neu?

Es geht also immer darum, Inhalte zu veröffentlichen, die für den Fan – nicht immer nur für die Praxis – von möglichst großem Interesse sind. Facebook ist ein Dialogmedium, das die Praxis zum Austausch mit der Fangemeinde nutzen sollte. Das gilt auch für kritische Themen und negative Kritik, die nur in Ausnahmefällen von der Pinnwand gelöscht werden sollten. Weiter Dinge, die es eher zu unterlassen gilt:

  • Zu häufiges Posten: Das wird gerne mal als Spam gewertet, 1-2 inhaltsvolle Posts am Tag sind sicher mehr als genug
  •  Externe Inhalte einfach übernehmen: Informationen von anderen Seiten oder Personen sollten immer mit eignen Kommentaren ergänzt werden
  •  Zu späte, oder keine Reaktion: Facebook heißt Dialog und Ihre Fans erwarten zeitnahe Antworten auf ihre Fragen und Kommentare innerhalb von vier bis sechs Stunden
  • Einseitige Inhalte: Bieten Sie eine interessante Mischung aus Fotos, Videos und Links und fordern Sie Ihre Fans zum Handels auf („Wie oft lasst ihr euch die Zähne professionell in der Zahnarztpraxis reinigen?“)

Jede Praxis muss im Laufe der Zeit herausfinden, welche Inhalte bei den Fans der Seite gut ankommen und zu welchen Zeiten Postings sinnvoll sind. Zudem gilt es natürlich, die eigene Praxisseite außerhalb von Facebook bekannt zu machen. Welche Möglichkeiten es hier gibt und wie weitere Social-Media-Plattformen, wie XING, Twitter, oder Youtube genutzt werden können – das erfahren Sie im nächsten Teil unserer Reihe „Social-Media für die Zahnarztpraxis“!

 Tipps zum Nachlesen und Vertiefen (eine kleine Auswahl)

„Follow me!: Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter und Co.“ (Autoren: Anne Grabs, Karim-Patrick Bannour); „Facebook – Marketing unter Freunden“ (Autoren: Felix und Klaus Holzapfel); „Erfolgreiches Social Media Marketing“ (Auto: Reto Stuber; „www.futurebiz.de“; „allfacebook.de“; www.socialmedia-blog.de; www.schwindt-pr.com

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