Social-Media in der Zahnarztpraxis: Facebook ist nicht alles!

Für einige dentale Fachmedien habe ich eine kleine Serie zum Thema „Social Media in der Zahnarztpraxis“ geschrieben. Im vierten Teil geht es um eine kurze Zusammenfassung relevanter sozialer Netzwerke. Die Teile eins, zwei und drei befassen sich ausschließlich mit dem Thema Facebook und sind im Blog zu finden.

Die Studie „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2012“ der Stiftung Gesundheit macht es deutlich: Das Internet ist für mehr als 70 Prozent der befragten Ärzte und Zahnärzte die mit Abstand wichtigste Marketingmaßnahme. Hier bietet sich für viele Praxen noch ein großes Potenzial, das weit über den Einsatz einer professionellen und gut positionierten Homepage und ein strukturiertes Bewertungsmanagement  hinausgeht. Im letzten Teil unserer Reihe „Social-Media für die Zahnarztpraxis“ beschäftigen wir uns mit einigen Plattformen, die neben einer „Facebook-Fanseite“ effektiv zur Kommunikation eingesetzt werden können. Neben Facebook und dem Kurznachrichtendienst Twitter geht es primär um den Einsatz von Blogs, um das Google+, das Business-Netzwerk XING und Video- und Fotoplattformen wie Youtube und Instagram. Natürlich können wir hier nur erste Anstöße geben, sich mit den einzelnen Angeboten näher zu befassen.

Nicht nur für die Facebookseite einer Zahnarztpraxis, sondern auch für alle anderen Socialmedia- und Kommunikations-Tools gilt: Das Engagement einer Zahnarztpraxis ist kein Muss. Wer sich hier aber strategisch richtig positioniert und die Möglichkeiten der Onlinekommunikation professionell nutzt und umsetzt, kann die klassischen Kommunikationsmaßnahmen seiner Praxis optimal flankieren und verstärken. Die entscheidende Frage: Wen und was möchte ich mit meinen Social-Media-Aktivitäten erreichen? Für die einen stehen Patientengewinnung und Patientenbindung im Vordergrund. Andere möchten bestimmte Therapie- und Behandlungsformen wie die Implantologie oder die Prophylaxe positionieren, oder das Image einer Qualitätspraxis festigen. Auch die Optimierung der Praxishomepage für die Auffindbarkeit in Suchmaschinen kann ein wesentliches Ziel sein. Google bezieht die Social-Media-Aktivitäten von Unternehmen immer stärker in die Bewertung von Internetseiten mit ein.

Ein Blog – Die Informationsbasis der Praxis

Ein eigener Praxisblog (der oder das Blog, beides wird genutzt) bietet die Möglichkeit einer maßgeschneiderten eigenen Plattform für die Praxis. Ein Blog gleicht einem dentalen Fachjournal, das sich an unterschiedliche Zielgruppen wie Patienten, Journalisten, aber auch an Kolleginnen und Kollegen richten kann – hier gibt es grundsätzlich keine Einschränkungen. Blogartikel können in loser Reihenfolge verfasst werden, hier ist weniger sicher mehr und es zählt der fundierte und interessante Inhalt. Aber auch für den Einsatz eines Blogs gelten einige Grundsätze, die beachtet und realisiert werden sollten:

  • Bringen Sie Geduld mit: Auch noch so interessante Inhalte und Themen brauchen Zeit, bis sie bei einer größeren Grupp Fans angekommen sind. Auch die Bekanntheit Ihres Blogs müssen Sie dauerhaft  und aktiv steigern.
  • Planen Sie langfristig: Bleiben Sie aktiv, auch wenn es zunächst mühsam erscheint. Die Fans Ihres Blogs werden es Ihnen danken. Einen Blog nach kurzer Zeit wieder aufzugeben wird in der Community auf wenig Beifall stoßen und sich eher negativ auswirken.
  • Unterschätzen Sie den Aufwand nicht: Mit strukturierten Themenplänen und einer klaren Verteilung von Aufgaben organisieren Sie reibungslose Abläufe in Ihrer Kommunikation und vermeiden einen unnötigen Mehraufwand.

Für die Realisation eines Blogs bieten sich unterschiedliche Plattformen an, die in der Regel kostenfrei sind und dennoch alle Tools für eine professionelle Umsetzung bieten (beispielsweise die Google-Plattform www.blogger.com, oder wordpress.com). Blogartikel können mit wenigen einfachen Schritten mit bestehenden Facebook- oder Twitteraccounts verlinkt werden, um so eine größere Reichweite der Themen und Informationen zu erzielen. Auch lokale und regionale Medien können leicht auf einen Blog gelenkt werden, sofern Sie hier relevante und interessante Inhalte veröffentlichen.

Das Google+ Profil

Wer die Wahrnehmung der eigenen Homepage in der weltweit wichtigsten Suchmaschine Google optimieren möchte, der sollte sein Google+Profil immer auf dem aktuellsten Stand halten. Mit einer gut gepflegten Seite geben Sie Google wichtige Relevante Informationen über Ihr „Unternehmen Zahnarztpraxis“ und erhöhen so die Chance auf relevante Ergebnisse in den Suchanfragen von Google. Wichtig: Die mit Google+ verlinkten Internetseiten erhöhen ebenfalls ihre Relevanz bei Suchmaschinenanfragen. Da die Zahl der Google+ – Nutzer kontinuierlich steigt, lohnt sich auch hier die aktive Kommunikation interessanter Themen aus der Zahnarztpraxis.

XING – das Businessnetzwerk

Ein XING-Profil ist für den Zahnarzt sinnvoll und der Aufwand hält sich hier in Grenzen. Über XING lassen sich sehr leicht Kontakte zu Experten und Unternehmen aus den unterschiedlichsten Bereichen herstellen. Viele interessante Gruppen ermöglichen den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen zu speziellen Themen aus der dentalen Praxis, wie Implantologie, Praxis-Marketing, oder Personalführung.

Twitter – die Kurznachricht aus der Praxis

Auch wenn Twitter längst nicht die Nutzerzahlen und die Rechweite von Facebook besitzt, kann der Einsatz eines Twitter-Accounts für die Zahnarztpraxis durchaus sinnvoll sein. Mittlerweile ist der schnelle Kurznachrichtendienst weit mehr, als eine Alternative zur SMS. Über Twitter können auch längere Texte, Fotos und Videos verschickt werden. Für den Zahnarzt bleibt sicher die schnelle und aktuelle Information via Twitter eine gute Möglichkeit der Kommunikation, vor allem mit den Patienten – immer vorausgesetzt, er investiert in die aktive Gewinnung von „Followern“, hier unterscheidet sich Twitter nur wenig von Facebook und anderen sozialen Netzwerken. Mit Twitter können Patienten beispielsweise aktuell über geänderte Sprechstundenzeiten informiert werden. Zudem ist die Verlinkung mit Inhalten aus Blogs oder Facebookseiten einfach zu realisieren und die Viralität – die Verbreitung im Internet – gut zu optimieren.

Audiovisuelle Kommunikation auf YouTube und Co.

Die Kommunikation über audiovisuelle Plattformen kann für den Zahnarzt unter einer Voraussetzung interessant sein: Die Praxis verfügt über genügend eigenes Video- und Fotomaterial, um die ausgewählten Kanäle auch kontinuierlich und sinnvoll füllen zu können. Die weltweit größte Videoplattform YouTube (gehört zu Google und hat so sicher auch eine gewisse Suchmaschinenrelevanz)  kann zu einem spannenden dentalen Informationskanal ausgebaut – und als solche kommuniziert werden – soweit die Praxis geeignetes Videomaterial zur Verfügung hat. Fotoplattformen wie Instagram (gehört zu Facebook) oder Pinterest können für Praxen interessant sein, die auf dem Gebiet der dentalen Fotografie kreativ und professionell aufgestellt sind. Vor allem spannende oder außergewöhnliche Bilder animieren die meisten Menschen zum Teilen von Inhalten in den sozialen Netzwerken.

Ob sich die Kommunikation über viele unterschiedliche Online-Plattformen für eine Praxis lohnt und bezahlt macht, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden – hier muss jeder sicher seine eigenen Erfahrungen machen. Fest steht: Die Möglichkeiten sozialer Netzwerke nicht zu nutzen ist eine verpasste Gelegenheit. Aber wer sie nutzen will, der muss kontinuierlich kommunizieren und professionell auftreten!

Tipps zum Nachlesen und Vertiefen (eine kleine Auswahl): „Follow me!: Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter und Co.“ (Autoren: Anne Grabs, Karim-Patrick Bannour) Plattformen wie futurebiz; allfacebook; socialmedia-blog; schwindt-pr; Thomas Hutter.

2 Kommentare zu "Social-Media in der Zahnarztpraxis: Facebook ist nicht alles!"

  1. Sehr interessanter und toll geschriebener Artikel!

    Herzliche Grüße

    Dr. Dr. Thomas J. Pechacek

    1. Sehr geehrter Herr Dr. Pechacek,

      vielen Dank für das Kompliment. Wenn die Themen bei der direkten Zielgruppe so ankommen, freut mich das besonders.

      Weitere Texte, speziell zu Facebook, finden Sie im Blog.

      Gruß
      Klaus Schenkmann

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