Dentales auf der „Social-Media-Conference“ in München

Ein Gastbeitrag von Hilke Höfchen, Geschäftsführerin parsmedia aus Magdeburg (Info am Ende des Artikels).

„Social-Media-Conference“ in München

Social Media Conference am 21. Februar 2013 in München und Marco und ich für parsmedia mittendrin, gespannt und voller Erwartung, was für Neuigkeiten uns aus dem Business-to-Business zum Thema Social Media erwarten.

„SOCIAL MEDIA IST TOT“

Mit dieser Prognose im Format einer Traueranzeige eröffnete Svenja Teichmann, Geschäftsführerin der crowdmedia GmbH, am Donnerstagmorgen die Conference.

Diese, Verwunderung auslösende und im Raum stehende Aussage, bildete die Grundlage für alle folgenden Vorträge. Sven-Olaf Peek, ebenfalls Geschäftsführer der crowdmedia GmbH, forderte das Plenum mit folgenden Fragen heraus:

  • „Wer ist schon in den sozialen Netzwerken vertreten?“
  • „Welche Unternehmen besitzen eine Fanpage und welche Strategie verbirgt sich dahinter?“
  • „Wer ohne und warum?“
  • „Wie interagiere ich mit meiner Zielgruppe und erreiche ich diese überhaupt?“
  • „Kann man Gabelstapler im Internet bestellen?“

Die Antworten der Teilnehmer fallen unterschiedlich aus, aber von Beginn an waren sich alle im Raum einig, das „Internet geht nicht wieder weg“ und es stellt sich nicht die Frage nach dem „Ob“ sondern nach dem „Wie?“

Führungskräfte und Mitarbeiter international und national agierender Unternehmen trafen sich in München, um Neuigkeiten, Informationen und Lösungsansätze im Umgang mit Social Media in Erfahrung zu bringen.

Ein straffes, gut strukturiertes Programm und ein breites Themenspektrum erwartete die 160 Teilnehmer der Social Media Conference. Erfahrene Anwender aus unterschiedlichen Branchen brachten den Zuhörern ihre Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen Social Media Strategien nah. Michael Steinberg, Web & Infrastruktur der Siemens AG, Boris Turalija, Social Media Officer der Walter AG, Ingo Nothoff, Senior Manager PR & Online der T-Systems International GmbH und Klaus Schenkmann, Leiter der goDentis-Akademie, um nur einige zu nennen, gewährten einen Einblick in die Praxis.

Sie berichteten über ihre persönlichen Erfahrungen, wie eine Social Media Strategie erfolgreich im B2B Umfeld umgesetzt werden kann, welche Synergieeffekte sich in diesem Kontext heraus kristallisieren und welchen Stellenwert der eingestellte Content hierbei einnimmt.

Sätze, wie „der Begriff Social Media ist negativ besetzt“, „soziale Medien als Kundenbindung und Kommunikation auf verschiedenen Kanälen“ oder „Unternehmen haben nie gelernt zuzuhören, weil sie damit beschäftigt sind, über ihre Produkte zu reden“ wurden rege diskutiert und hinterfragt.

Auch der gern vergessene rechtliche Aspekt wurde in München nicht vernachlässigt. Rechtsanwalt Christian Solmecke, WILDE BEUGER & SOLMECKE Rechtsanwälte aus Köln, eröffnete seinen Vortrag mit den Worten: „Kennen Sie Elisa? Elisas Facebook Seite ist jeden Tag 15.000 Euro wert.“ Am Beispiel der Facebook Seite seiner Nichte, stellte Solmecke an verschiedenen Beispielen dar, wie brisant dieses Thema ist und in welche Abmahnfallen auch die Betreiber einer Unternehmensseite auf Facebook geraten können. Impressumspflicht, das Beachten von Bild- und Urheberrechten, Haftungspflicht bei geteilten Inhalten waren nur einige Aspekte, die Christian Solmecke im Rahmen seines Vortrages beleuchtete. Er fordert dringend neue gesetzliche Regelungen beim Urheberrecht, die den heutigen Kommunikationsformen gerecht werden. Bis allerdings eine solche Neuregelung impliziert ist, ist es wichtig, sich bei entsprechenden Experten zu informieren, um Abmahnanwälten aus dem Weg zu gehen.

Als besonders interessant für die dentale Branche erwies sich der Vortrag von Klaus Schenkmann, Leiter der goDentis-Akademie in Köln. Engagement statt Budget: Mit Social Media Image und Reichweite generieren so der Titel seines Vortrages. Klaus Schenkmann, der sich als PR- und Social Media Manager intensiv mit dem Umgang von Zahnarztpraxen hinsichtlich sozialer Medien auseinandersetzt, stellt fest, dass die Hemmschwelle seitens der Zahnärzte mit ihrem Praxisimage online nach außen zu treten, sehr hoch ist. Die Befürchtung, schlechte Bewertungen zu erhalten, bzw. der Flut an Informationen innerhalb der verschiedenen Kommunikationskanäle aus Kapazitätsgründen nicht gerecht werden zu können, ist enorm hoch.

Dabei gibt es seriöse Möglichkeiten, Patienten im Rahmen effektiv und gezielt genutzter Online-Aktivitäten über patientenrelevante, zahnmedizinische Themen zu informieren. Ärzte betreuen Menschen und explizit in der Dentalbranche wird der Trend der einseitigen Kommunikation aus Patientensicht auf diversen Bewertungsportalen zukünftig rückläufig werden. Wichtig ist es, wie in allen anderen Unternehmen, im Vorfeld eine strategische Ausrichtung zu definieren:

  • Welche Zielgruppe möchte ich erreichen?
  • Welche Themen mit welcher Absicht kommunizieren?
  • Wie generiere ich neue Patienten?
  • Welche Marketingaktionen erweisen sich als sinnvoll?

Ausschlaggebend bleibt, wie bei der individuellen Darstellung auf der praxiseigenen Webseite bzw. auf Printprodukten, authentisch zu bleiben. „Youtube beispielsweise ist ein guter Kanal“, so Klaus Schenkmann. „Wenn Ärzte authentisch in einem Film dargestellt werden, schafft das mehr Vertrauen als irgendwelche Qualifikationen, die in einer Liste zusammengefasst werden. Wichtig ist es, regional zu bleiben, denn da kommen die Patienten her.“

Schenkmann, der auch interne und externe Schulungen in Zahnarztpraxen zu Social Media relevanten Themen durchführt, empfiehlt, diese nur auf freiwilliger Basis durchzuführen. Kein Unternehmen sollte dem Zwang unterliegen, sich aktiv am Online-Geschehen zu beteiligen. Denn nur auf der Basis freiwilliger und authentischer Aktivitäten im Dialog mit der Öffentlichkeit, wird das Agieren in sozialen Netzwerken eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen bilden.

Am Ende der Conference fanden alle Teilnehmer zu einem einstimmigen Resümee: Die Frage ist nicht, ob Marketingaktivitäten im Social Media Bereich Sinn ergeben sondern wie  diese sinnvoll eingesetzt werden können. Jeder kann mittlerweile allerorts senden und empfangen, unsere Kommunikationsformen unterliegen einer ständigen Veränderung. Dieser Fakt wird jedes Unternehmen und jede Branche zukünftig betreffen, auch die Dentalbranche. Daher halten wir es für schlau, vorbereitet zu sein und die Trends auf dem Online-Markt weiter zu verfolgen und für unsere Kunden zu filtern.

Marco und ich haben auf jeden Fall viel informativen Input mitgenommen und da “nach der Conference vor der Conference ist“, freuen wir uns schon heute auf Hamburg im September, um auch weiterhin auf dem B2B Sektor der Online-Aktivitäten „up-to-date“ zu sein.

Weiterführende Informationen:

https://www.facebook.com/ks.socialmedianews
http://www.socialmediaconference.de/Home
http://www.wbs-law.de
http://zwischenraum.wordpress.com/
http://www.crowdmedia.de/

Text: Hilke Höfchen
Geschäftsführung parsmedia
info@parsmedia.info

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