Die interdisziplinäre Mundgesundheitspraxis: Kompetenz- und Alleinstellungsmerkmal für Zahnarztpraxen

Die Zusammenarbeit von Zahnmedizinern und Ärzten aus unterschiedlichen medizinischen Fachrichtungen wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Interdisziplinär orientierten Zahnarztpraxen bietet sich eine exzellente Chance, die Wahrnehmung im Patientenmarkt deutlich zu erhöhen. Neben einer rein fachlichen Positionierung als Mediziner, der über die Zahnreihen hinaus schaut und die Gesundheit des gesamten Menschen im Blick hat, sind vor allem kommunikative Aspekte von hoher Relevanz.

KOMMUNIKATION
Für jede Zahnarztpraxis geht es in der Gegenwart immer um die Sicherung der Zukunft. Und für dieses Ziel müssen Patienten gewonnen werden, die bereit sind in eine qualitativ hochwertige und präventiv ausgerichtete Zahnmedizin zu investieren. Leider besitzt die Mundgesundheit  in Deutschland noch immer nicht den angemessenen Stellenwert: Zahnpflege und Mundhygiene gehören doch für die meisten Menschen eher zu ihrem (hoffentlich) täglichen Waschprogramm und nicht zu einem umfassenden Konzept strukturierter Gesundheitsvorsorge. Kommunikative Konzepte haben in diesem Fall die Aufgabe, das Wissen um die Zusammenhänge von Mundgesundheit und der allgemeinen Gesundheit nachhaltig in den Köpfen der Öffentlichkeit zu verankern. Zudem gilt es, die eigene Praxis als Kompetenzcenter für präventive (Mund)Gesundheit mit dem Fokus auf eine risikoorientierte Individualprophylaxe zu etablieren.

Individuelle Wege der Kommunikation werden auf die Kompetenzen, Ressourcen und die mittel- und langfristigen Ziele der Praxis abgestimmt. Die Auswahl der geeigneten Kanäle und Botschaften richtet sich neben den technischen und regionalen Gegebenheiten vor allem nach der oder den relevanten Zielgruppen.

ZIELE

MundhgieneProphylaxepraxen mit interdisziplinärer Ausrichtung fokussieren in ihrer Kommunikation Menschen, für die eine optimale Mundgesundheit eine besondere Bedeutung hat. Und die Frage nach dem geeigneten Patienten muss sich jede Praxis irgendwann stellen, so wie sich jedes Unternehmen die Frage stellen muss: Welcher Kunde, welcher Kundenkreis, bringt mir mein gewünschtes Ergebnis, bringt mich ans Ziel. Für die interdisziplinäre Mundgesundheitspraxis sind beispielsweise Diabetiker, Rheumatiker, Senioren, Infarktpatienten, Schwangere oder Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch eine relevante Zielgruppe. Wenn diese Patienten über die Auswirkungen chronischer bakterieller Entzündungen im Mund aktuell und kompetent informiert werden, steigt deren Motivation zu einer umfassenden und regelmäßigen Prophylaxe in der Zahnarztpraxis. Aufgeklärte Patienten, die die Zusammenhänge zwischen der Mundgesundheit und den Risiken für die allgemeine Gesundheit kennen, sind sensibilisiert und für diagnostische und präventive Maßnahmen empfänglich.

POSITIONIERUNG
Wer als Spezialist für interdisziplinäre Kooperationen mit besonderer Qualität in Service und Behandlung wahrgenommen werden will, der muss sich entsprechend aktiv positionieren. Patienten suchen bei der Wahl der geeigneten Zahnarztpraxis Kriterien, um ihre Auswahl treffen zu können. In erster Linie handelt es sich um Qualitätsbotschaften in Form von Empfehlungen, Bewertungen und um objektive Informationen zur Praxis aus diversen Onlinemedien und Portalen. Die hochwertige Darstellung der Praxis im Internet hat demnach eine entscheidende Bedeutung und sollte in den Marketingbudgets der Praxen von großer Relevanz sein. Natürlich wechselt der zufriedene Patient nicht zu einem anderen Zahnarzt, nur weil der ein schickes Bild oder eine gut gemachte Werbung veröffentlicht.

prophylaxe

Dennoch: Praxen mit eindeutigen Botschaften für gesundheitsorientierte Patienten heben sich von der Masse ab. Und am Ende werden auch unter den qualitativ hochwertigen Praxen die wahrgenommen, die mit unerwarteten Themen und spannenden aktuellen Inhalten kommunizieren.

ANSPRACHE
Strategische Konzepte, die interdisziplinäre Kooperationen zum Ziel haben, richten sich in der Kommunikation immer an mindestens drei Zielgruppen: an Patienten, Fachärzte und die Medien. Und für alle drei gilt es, Themen und Botschaften zu entwickeln, die der jeweiligen Rezipientengruppe einen Nutzen aufzeigen. Für den Patienten sind es Informationen die ihm helfen, seine gesundheitliche Situation zu verbessern und weitere Risiken zu vermeiden. Fachärzte müssen über die Möglichkeiten informiert werden, die eigenen Patienten mit dentaler Unterstützung besser therapieren zu können. Gerade für die lokalen und regionalen Medien können interdisziplinäre Kooperationen von großem Interesse sein. Außergewöhnliche und neue Themenansätze, die eine hohe Relevanz für die betroffenen Patienten haben, beinhalten mehrere so genannter Nachrichtenfaktoren. Diese erhöhen die Chancen auf eine redaktionelle Berichterstattung.

Die bekannten Zusammenhänge zwischen chronischen parodontalen Entzündungen und den Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit gehören sicher nicht zum Allgemeinwissen in einer Mehrzahl der Redaktionen. Wenn Zahnarztpraxen also darüber informieren und erstmals in einer Region oder einer Stadt Blutzuckermessungen und Diabetikersprechstunden anbieten, ist das ein interessantes Medienthema. Und mit dem 14. November, dem Weltdiabetestag, steht der perfekte Anlass zur Veröffentlichung einmal im Jahr zur Verfügung. Zur Medienansprache sicher ein geeignetes Datum, geeigneter als der „Tag der Zahngesundheit“, der sich doch eher durch die regelmäßige Kommunikation sich wiederholender Inhalte auszeichnet.

KANÄLE
Wer nach geeigneten Kanälen und Medien sucht, hat auch hier in erster Linie die bevorzugten Informationsquellen seiner definierten Patientenzielgruppe im Blick. Je nach regionalen und lokalen Gegebenheiten spielen unter Umständen die kostenfreien Anzeigenblätter und die regionalen Tageszeitungen eine deutlich größere Rolle, als beispielsweise die Online-Kommunikation. Dort wo die notwendigen zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen vorhanden sind, sollte allerdings ein möglichst breites Spektrum an Kommunikationskanälen gewählt werden.

Die eigene Praxis spielt natürlich eine zentrale Rolle. Hier sind Ärzte und Mitarbeiterinnen direkt im Kontakt mit den Patienten und können zu interdisziplinären Themen informieren und über die Bedeutung aufklären. Aufmerksamkeitsstarke Aktionsposter, Flyer und Broschüren flankieren die direkte Patientenkommunikation und unterstützen das Praxisteam. Eine gute Möglichkeit der Patientenansprache bieten gemeinsame Veranstaltungen mit Fachärzten, Hebammen, Apotheken, oder Kinderwunschkliniken, die beispielsweise über Anzeigen und redaktionelle Medienarbeit in den Printmedien beworben werden können.

Onlinemedien, wie die Praxis-Homepage, Blogs, Foren, Presseportale, Gesundheitsportale und Social-Media-Kanäle bieten exzellente Möglichkeiten einer breit aufgestellten und gut vernetzten Kommunikation.

NETZWERKE
Vernetzte Kommunikation findet im Umfeld einer Zahnarztpraxis immer statt – unabhängig von einer aktiven Rolle des Zahnarztes und seiner Mitarbeiterinnen. Patienten sprechen über Behandlungen, Service und Qualität mit Freunden und Bekannten, oder dokumentieren ihre Erfahrungen auf Bewertungsportalen oder über die diversen Social-Media-Kanäle. Einer Zahnarztpraxis mit modernen Kommunikationsstrukturen bietet sich die Chance, Teil dieses Netzwerkes zu werden und die eigenen Themen aktiv einzubringen. Gerade die so genannten sozialen Netzwerke, wie Facebook, verlangen einen aktiven Austausch mit der Community. Und wie die Praxishomepage ist auch der Auftritt in anderen Online-Netzwerken eine Visitenkarte des „Unternehmens  Zahnarztpraxis“.

Grundsätzlich gilt auch auf Facebook, Twitter, XING, YouTube, auf Newsportalen, oder in Blogs die Devise: „Richtig oder gar nicht!“. Ohne die notwendigen Kompetenzen und Ressourcen in der Praxis ist die Umsetzung einer professionellen Onlinekommunikation nicht möglich und der Weg zur „Interdisziplinären Mundgesundheitspraxis“ unter Umständen ein steiniger.

ROADSHOW: TEAM IM FOKUS
Die interdisziplinäre Mundgesundheitspraxis ist eine Chance für die Praxiszukunft. Zur Thematik dentaler Kommunikationskonzepte referiere ich auf der Roadshow „Team im Fokus“ des Deutschen Ärzte-Verlages. Hier können Praxen das Zertifikat „interdisziplinäre Mundgesundheitspraxis“ erwerben. Meine Visualisierungen dazu findet ihr hier auf  PREZI (oder auf das Foto klicken)

Team im Fokus - PREZI

1 Kommentare zu "Die interdisziplinäre Mundgesundheitspraxis: Kompetenz- und Alleinstellungsmerkmal für Zahnarztpraxen"

  1. parsmedia sagt:

    Reblogged this on parsmedia-blog und kommentierte:
    Interessanter Denkansatz aus dem ZwischenRaum – sehr lesenwerter Artikel unseres Freundes und Dentalbloggers Klaus Schenkmann

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