Zahnarztpraxen im Netz: Themen setzen, statt nur Thema sein!

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Grafik: © parsmedia / Zukunft-Zahnarztpraxis

Ein Blick in die dentale Internetwelt macht es deutlich: Immer mehr Zahnarztpraxen entscheiden sich – neben den klassischen Feldern der Öffentlichkeitsarbeit – für eine umfassende Online-Präsenz. Die Studie “Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2012″ der Stiftung Gesundheit bestätigt: Das Internet ist für mehr als 70 Prozent der befragten Ärzte und Zahnärzte die mit Abstand wichtigste Marketingmaßnahme. Zur Praxishomepage, der digitalen Kommunikationsbasis, gesellen sich Facebookseiten, Blogs, Twitter- und YouTube-Kanäle. Immer mehr Zahnärztinnen und Zahnärzte fragen sich, ob sie diesen Weg auch gehen sollen und ob sich der Aufwand an Zeit, Personal und Budget für die Praxis lohnt.

Bevor allerdings die umfassenden Möglichkeiten der aktuellen Onlinemedien und Kanäle diskutiert werden, sollte eine zentrale Frage beantwortet werden: Müssen Zahnarztpraxen den medialen Weg in die Öffentlichkeit wirklich gehen und ihre Themen, Angebote und Dienstleistungen öffentlich präsentieren?

Eine Frage, die sicher nicht mit einem klaren Ja oder Nein beantwortet werden kann! Denn nicht für jede Praxis ist es sinnvoll, über Marketing- oder PR-Maßnahmen die Aufmerksamkeit bei potenziellen Patienten zu erhöhen. Nur wenn Qualität in Behandlung, Service und Organisation in der Praxis ein Niveau erreicht haben, das den Erwartungen der Patienten entspricht, ist der Einsatz professioneller Öffentlichkeitsarbeit eine gute Entscheidung mit Erfolgspotenzial. Denn nur dann sind Werbebotschaften und Leistungsversprechen auch ein erlebbarer Teil der realen Praxiswelt, die von den Patienten mit positiven Mehrwerten für die Praxis multipliziert werden.

Sind die qualitativen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, gehört eine professionelle Onlinepräsenz zu den notwendigen Maßnahmen einer umfassenden Kommunikation. Hier heißt es für die Praxen allerdings zunächst – Hausaufgaben machen und Strategien entwickeln: Themen finden, Ziele und Zielgruppen festlegen, Budgets klären und die geeigneten Kanäle der Kommunikation identifizieren. Ohne diese Grundlagen ist eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit nicht zielführend und bietet wenig Erfolgsaussichten.

Allerdings sollten Praxisinhaber einen weiteren wichtigen Aspekt bei ihrer Entscheidung für oder gegen eine aktive Kommunikation im Netz berücksichtigen: Sie sind – ob sie wollen oder nicht – Teil dieses Systems. Hier werden sie bewertet und hier wird über sie gesprochen. Patienten nutzen Bewertungsportale, um Meinungen und Noten zu hinterlassen. Patienten reden in sozialen Netzwerken über Ärzte, über das Praxisteam, über Service, Organisation und ihre Erlebnisse in der Praxis. Das Internet hat den öffentlichen Dialog verändert und bietet neue Wege der Kommunikation und der Verbreitung eigener Meinungen. Früher gingen öffentliche Botschaften meist von den klassischen Medien aus. Heute kann jeder über seinen eigenen Sender in den sozialen Netzwerken mit der Öffentlichkeit in den Dialog treten.

Eine Chance, die auch die Zahnarztpraxis nutzen sollte. Ansonsten überlässt sie die Diskussion der Öffentlichkeit und vergibt die Möglichkeit einzugreifen und Themen in die richtige Richtung zu steuern.

Wer sich für die Onlinepräsenz als Teil der Praxiskommunikation entschieden hat, der muss eins berücksichtigen: Die Umsetzung erfolgt professionell – oder gar nicht. Mal eben eine Facebookseite oder einen Blog einrichten nur um dabei zu sein, führt nicht zum Ziel und ist langfristig eher negativ für das Image einer Qualitätspraxis.

Praxisinhaber sollten sich darüber im Klaren sein, dass eine erfolgreiche Kommunikation im Internet nicht „mal eben nebenbei“ erledigt werden kann. Finanzielle wie personelle Ressourcen müssen im Vorfeld eingeplant werden und eine zielorientierte Strategie klärt zunächst immer die Frage: Wen und was möchte ich mit meinen Online-Aktivitäten erreichen? Für die einen stehen Patientengewinnung und Patientenbindung im Vordergrund. Andere möchten bestimmte Therapie- und Behandlungsformen wie die Implantologie oder die Prophylaxe positionieren, oder das Image einer Qualitätspraxis festigen.

Wer sich beispielsweise als qualitätsorientierte Prophylaxepraxis positionieren möchte, der spricht Menschen an, die bereit sind für ihre Gesundheit zusätzlich Geld zu bezahlen. Schließlich ist die Prophylaxe eine reine Privatleistung, oder durch entsprechende Zahnzusatzversicherungen finanziell mehr oder weniger abgedeckt. Die Inhalte und Themen der Onlinekommunikation haben in diesem Fall vor allem drei Themenbereiche verständlich zu kommunizieren: die Bedeutung gesunder Zähne für die allgemeine Gesundheit; die Notwendigkeit einer regelmäßigen Prophylaxe als zentrale vorbeugende Maßnahmen; den Wert der Beratung, der Behandlung und des persönlichen Services für den Patienten in der Praxis.

Ob sich die Kommunikation über viele unterschiedliche Online-Plattformen für eine Praxis lohnt und bezahlt macht, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden – hier muss jeder sicher seine eigenen Erfahrungen machen. Fest steht: Die Möglichkeiten einer professionellen Onlinekommunikation nicht zu nutzen ist eine verpasste Gelegenheit.

profil_klausAls DentalCoach biete ich Workshops und Vorträge für Zahnarztpraxen. Themen: PR /  klassische Öffentlichkeitsarbeit – Online-Kommunikation – motivierende Teamführung! Kontakt: dentalcoach.ks@gmail.com

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