Interview mit der „Kölner Illustrierte“ zum Social-Media-Management

Die Redaktion des Kölner Stadtmagazins „Kölner Illustrierte“ hat mich vor kurzem zum Thema „Berufsbild Social-Media-Manager“ interviewt. Das Interview ist mittlerweile im Magazin und online erschienen.

Bildschirmfoto 2013-08-31 um 12.36.08

Seit einiger Zeit taucht immer häufiger ein neues Berufsbild in Stellenanzeigen und Tätigkeitsprofilen auf: Social-Media-Manager. Bereits 16 Prozent der Unternehmen hierzulande beschäftigen mittlerweile einen oder mehrere Mitarbeiter, die für den Einsatz sozialer Medien zuständig sind. Die Tendenz ist steigend. Michaela Friese wollte wissen, was sich hinter dieser Stellenbezeichnung verbirgt, und unterhielt sich mit dem bereits seit einigen Jahren u.a. bei der goDentis GmbH (www.godentis.de) als Social-Media-Manager und -Berater aktiven Klaus Schenkmann.

Du bist seit vielen Jahren Journalist und PR-Fachmann. Wie kam das Interesse für und die Spezialisierung auf Social Media dazu?

Mein Interesse für Social Media ist definitiv entstanden – und ich glaube, so geht es vielen – über die eigenen, privaten Erfahrungen. Ich habe Facebook lange gemieden. Ich kann mir das mittlerweile auch nicht mehr vorstellen, dass ich mit dem Medium nichts anfangen konnte. Das war wohl die Scheu vor dem Unbekannten, weil ich nicht wusste, was das ist. Ich bin gerade mal so circa vier Jahre auf Facebook wirklich aktiv. Aber das hat sich schnell intensiviert. Weil ich über meine privaten Aktivitäten auf Facebook einfach erkannt habe, was für ein unfassbares Medium man da vor sich hat: Es kostet nichts, und man kann damit viele Menschen auf einmal schnell erreichen. Ich habe also nicht damit begonnen, um Social Media für mein Unternehmen zu nutzen, sondern eher für mich in der Kommunikation mit Fußball-Fans. (Anm. d. Red.: Klaus Schenkmann ist Stadionsprecher in der BayArena.) Ich habe damals mal ein Spiel meines Vereins im Fernsehen verfolgt und dabei parallel ein bisschen auf Facebook geschaut und festgestellt: Ach, der und der und die, die schauen das Spiel ja auch, man hat live miteinander über Facebook kommuniziert. Da entstand die Idee: „Mensch, da könnte man doch vielleicht so eine Seite zum Austausch Gleichgesinnter machen, ‚Werkself live‘ oder so.“ So habe ich meine ersten Erfahrungen mit der Administration einer Facebook-Seite gemacht.

Wie ging’s dann weiter?

Ich habe durch das Ausprobieren im privaten Bereich sehr schnell gemerkt, dass Facebook als Kommunikationsmittel auch für ein Unternehmen sehr nützlich sein kann. Ich habe dann der damaligen Geschäftsführung von meiner Idee erzählt und dass ich mich gerne darum kümmern würde, es mit einer Facebook-Seite für goDentis zu probieren. Ich kannte mich immer besser damit aus, und so kam als Nächstes die Idee, das Know-how im Bereich Social Media auch an unsere Kunden, die Zahnarztpraxen, weiterzugeben und ihnen zu empfehlen, diesen Trend der Zeit nicht zu verpassen und die sozialen Netzwerke – vor allem natürlich Facebook, da es das mit Abstand am meisten genutzte ist – zur Kommunikation mit ihren Patienten zu nutzen.

Das klingt nach „Learning by doing“. Hast du auch Fortbildungsangebote zum Thema Social Media genutzt?

Es stimmt: Der Großteil meiner Erfahrungen und Kenntnisse beruht auf der praktischen Arbeit damit. Aber ich habe dann später, als klar war, dass ich dieses Thema für unser Unternehmen und unsere Kunden intensivieren werde, geschaut, wo und wie ich mich zu dem Thema sinnvoll weiterbilden kann. Ich habe dann mal hier in Köln ein Tagesseminar gemacht, von den Machern von allfacebook.de, das ist eine Agentur aus Berlin. Ich wollte damals mal für mich feststellen: Auf welchem Level bist du? Später habe ich dann noch in Mainz ein Drei-Tage-Seminar gemacht bei Referenten von crowdmedia aus Hamburg. Eine Agentur, die sich ganz intensiv und sehr gut, wie ich finde, mit dem Thema Social Media auseinandersetzt.

Wie unterscheidet man schlechte von guten Weiterbildungsangeboten?

Dazu habe ich auch in den letzten Monaten auf Facebook viele Diskussionen erlebt. Bspw. hat sich jemand in einem Blog darüber beschwert, dass er ein kostenloses Seminar mitgemacht hat, dieses dann aber nichts anderes war als eine Werbeveranstaltung für die Social-Media-Agentur, die es durchgeführt hat. Na ja, da sollte man sich wohl nicht wundern, oder? Es ist aber tatsächlich schwierig, das Richtige zu finden. Ich kann da eigentlich nur, wie bei allen anderen Fort- und Weiterbildungen raten: Sucht euch Referenzen, sucht euch im Internet die Blogs, die sich mit den Themen befassen. Schaut z.B. auf allfacebook.de oder auf der Seite der Kollegin Annette Schwindt (Schwindt-PR). Auch bei Facebook selbst gibt es viele Seiten und Gruppen, die sich mit dem Thema Social Media befassen. Wer eine gute Ausbildung oder ein gutes Seminar sucht, der findet die Infos natürlich da, wo sich diejenigen äußern, die so etwas schon gemacht haben oder Spezialisten auf dem Gebiet sind.

Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen, um Social-Media-Manager werden zu können?

Meiner Meinung und auch Erfahrung nach ist journalistische Kompetenz die Basis. Egal, ob wir über soziale Netzwerke reden oder über Onlinekommunikation. Man muss überzeugen mit Inhalten, nicht nur Werbebotschaften an die Leute bringen wollen. Facebook ist ein Dialog, bei Facebook rede ich mit meinen Kunden, mit meinen Freunden bzw. den Fans meiner Seite und stelle nicht einfach nur Informationen zur Verfügung.

Welche sozialen Netzwerke außer Facebook sind noch relevant?

Oftmals ist die Kombination aus Facebook und Google+ sinnvoll. Letzteres sollte man allein schon wegen des Google-Imperiums berücksichtigen, weil eine Präsenz in Google+ auch das Google-Suchmaschinen-Ranking beeinflusst. Und ich habe für unsere Unternehmensseite auch einen Twitter-Kanal eingerichtet, der zugegebenermaßen aber nichts anderes macht, als die Inhalte meiner Facebook-Seite wiederzugeben. Was ich so handhabe, weil es exakt die gleiche Zielgruppe ist.

Wie sieht dein Alltag als Social-Media- und PR-Manager aus?

Das Social-Media-Management ist etwas, was mich den ganzen Tag begleitet. Unsere Kunden bekommen von mir, wenn sie das möchten, eine Facebook Seite, rechtssicher eingerichtet, mit Impressum, mit Apps, mit Reitern, es können Videos abgespielt werden usw. – je nachdem, was man möchte –, und dann biete ich den Kunden an, als Admin auf ihrer Seite zu bleiben. Ich beobachte dann, was dort passiert und wie sie ihre Postings gestalten. Und wenn ich etwas sehe, das ich für verbesserungswürdig halte, dann gebe ich auch einen Hinweis. Meine Kunden wissen aber auch, dass sie mich bei Fragen immer anrufen und anschreiben können.

Das heißt, dass man immer online und verfügbar sein muss?

Ich würde sagen: Ja, auf jeden Fall! Meist ist es bei mir schon so: Wenn ich aufwache, gehe ich online, und erst wenn ich einschlafe, bin ich wieder offline.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie die markierten Felder aus.

Facebook