Praxismanagement: Wie steht es um Ihre Liquidität?

WOTAX_DerBerater_LiniekurzIn Kooperation mit WOTAX erscheinen in regelmäßigen Abständen Blogposts zum Thema „Praxismanagement für die Zahnarztpraxis“. Die mittelständischen Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte denken unternehmerisch und beraten „aus der Praxis für die Praxis“. Im der Serie von Dipl.-Volkswirt Karl Alexander Mandl geht es um Tipps für eine erfolgreiche Praxisführung!

Die wichtigste wirtschaftliche Frage ist, wie viel Geld am Ende des Jahres auf Ihrem Konto ist. Es sollte mehr Geld sein als zu Beginn des Jahres. Abgesehen natürlich von Investitionen und ähnlichen Auszahlungen, die man im laufenden Jahr getätigt hat. Grundsätzlich ist es das Ziel, am Ende des Jahres mehr Geld zu haben als zu Beginn, am Ende der Praxistätigkeit mehr Vermögen zu besitzen als zu Beginn. Dies hat schon Wilhelm Rieger 1928 mit der Formel „Geld – Ware – mehr Geld“ auf den Punkt gebracht. Für die Zahnarztpraxis heißt dies, dass man Geld einsetzt (Gehälter, Miete, Materialien etc.) und eine Dienstleistung anbietet, um letztlich mehr Geld zu haben. Somit lautet Riegers Satz für den Zahnarzt: „Geld – Dienstleistung – mehr Geld“.

Dies gilt auch für Ihre Praxis, wenn sie nachhaltig erfolgreich sein soll. Wie steht es um Ihre Praxisliquidität? Wie ist die Liquidität heute, wie wird sie am 31.12. sein? Wir stehen kurz vor dem Jahresende und diese Fragen müssen beantwortet werden. Forderungen und Verbindlichkeiten (z.B. an Fremdlabore) müssen bekannt sein. Zusammen mit den Barmitteln lässt sich die aktuelle Liquidität gut ermitteln.

Aus der Beratungspraxis ist bekannt, dass nur wenige Zahnarztpraxen einen Jahresplan erstellt haben, um eine entsprechende Abweichungsanalyse durchführen zu können. Von dieser Analyse wird hier nicht die Rede sein. Zunächst bleiben wir bei dem Status, der festgestellt werden muss. Die zu beantwortende Frage lautet. Wo stehe ich? Dazu ist es erstens notwendig, alle Umsätze zusammen zu fassen. Dazu gehören alle abgerechneten und auch die noch nicht abgerechneten Leistungen, die in der Praxissoftware verzeichnet sind. Abgezogen werden müssen dann alle Kosten.

Achten Sie darauf, dass Sie auch die Positionen mit berücksichtigen, die zwar angefallen sind, aber noch nicht bezahlt wurden. Erst dann erhalten Sie einen exakten Status. Die nun ermittelte Zahl ist Ihr ungefährer Gewinn. Diesen können Sie mit Ihrem Bankkonto verproben, denn dort müsste nach Abzug des Kontostandes zum 1.1. und der Korrektur um die noch nicht oder nicht zahlungswirksamen Positionen wie den noch nicht abgerechneten Leistungen, Forderungen an die KZV, Abschreibungen, Verbindlichkeiten, etc. ein nahezu gleicher Betrag zu ermitteln sein.

Mit einem geplanten Umsatz und einer Schätzung für die nächsten Wochen kann diese Statusfeststellung erweitert werden und man erkennt, wie die Liquidität am Jahresende sein wird. Nur wer diese Zahl für seine Praxis kennt, hat seine Praxisliquidität im Griff.

Einfacher Liquiditätscheck:

  • Kontostand
  • abzüglich zahlungswirksame, noch nicht bezahlte Kosten)

= Liquidität

Ausblick Teil 2: Mit Voraussicht auf Erfolg – Tipps für eine erfolgreiche Praxisführung

Der Autor: Karl Alexander Mandl, WOTAXmed

Dipl.-Volkswirt, studierte Volkswirtschaftslehre, Theologie und Philosophie an den Universitäten in Köln, Bonn und Chicago. Er arbeitete in verschiedenen international tätigen Unternehmen als Beteiligungscontroller mit dem Schwerpunkt Vertriebssteuerung. Zuletzt leitete er Vertrieb & Marketing eines mittelständischen Gesundheitsdienstleisters. Heute ist er Bereichsleiter spezialisiert auf den Gesundheitsmarkt bei der WOTAX Steuerberatungsgesellschaft mbH, Aachen. Er ist Mitglied der Fachgruppe „Marketing“ im Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte, der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. und der Arbeitsgruppe „Integrierte Managementsysteme“ der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e.V.

Kontakt: mandl@wotax.de

1 Kommentare zu "Praxismanagement: Wie steht es um Ihre Liquidität?"

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