Praxismanagement: Die Sache mit den Steuern!

WOTAX_DerBerater_LiniekurzIn Kooperation mit WOTAX erscheinen in regelmäßigen Abständen Blogposts zum Thema „Praxismanagement für die Zahnarztpraxis“. Die mittelständischen Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte denken unternehmerisch und beraten „aus der Praxis für die Praxis“. In der Serie von Dipl.-Volkswirt Karl Alexander Mandl geht es um Tipps für eine erfolgreiche Praxisführung!

Wann erhalten Sie Ihren Steuerbescheid? Mit dem Steuerbescheid steht definitiv fest, wie hoch Ihre Steuerlast für ein Geschäftsjahr ist. Spätestens dann wissen Sie auch, ob Sie Steuern nachzahlen müssen, oder ob die unterjährigen Vorauszahlungen ausreichend waren. Für viele Zahnärzte war ein Steuerbescheid schon einmal ein Auslöser einer Praxiskrise, weil die Steuernachzahlung die eigene Erwartung überstieg und nicht genug liquide Mittel vorrätig waren.

Frei noch dem Motto „Geld ist immer vorhanden“ macht aber das Finanzamt seine Steuerforderungen nachdrücklich geltend. Und nicht nur dies. Das Finanzamt setzt auch die aktuellen Vorauszahlungen – dies meist rückwirkend zum Jahresanfang – hoch. Schlussendlich: Finanziell wird es in einer solchen Situation schnell sehr eng. Diese oft schwierige Situation ist absolut vermeidbar, indem man nicht nur zu Beginn eines Wirtschaftsjahres einen möglichen Gewinn aufgrund von Vorjahreswerten annimmt. Diese Schätzung ist zunächst die Grundlage der Vorauszahlungen an das Finanzamt. Vermeidbar sind solche risikoreichen Engpässe durch eine fundierte Vorausschau. Mit dem geschätzten Jahresendergebnis liegt Ihnen eine der Grundlagen zur Bemessung der Steuer, vor. Jetzt können Sie über diese Bemessungsgrundlage nach Abzug Ihrer Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen sowie einer Einbeziehung weiterer Einkünfte die wahrscheinliche Einkommensteuerzahllast ermitteln.

Wenn nun von dieser Zahllast die gesamten Vorauszahlungen, die Sie unterjährig an das Finanzamt geleistet haben, abziehen, erhalten Sie den Betrag, den Sie noch zahlen müssen oder sogar den Betrag, den Sie gegenüber dem Finanzamt fordern können. Sollte eine Nachzahlung entstanden sein, so ist diese von der ermittelten Liquidität abzuziehen. Aus der Beratungspraxis sei darauf hingewiesen, dass dann meist viele Probleme entstehen, da oft am Jahresende nicht genug Liquidität vorhanden sein wird, um eine Steuernachzahlung zu bedienen. Deshalb ist anzuraten, dass bei einer für das Jahresende prognostizierten Steuernachzahlung sofort die unterjährigen Vorauszahlungen erhöht werden sollten, damit am Jahresende nicht der Gesamtbetrag der Nachzahlung wie beschrieben die Liquidität belastet. Beim jetzigen Zinsniveau ist die Überlassung der Beträge in Form einer Vorauszahlung an das Finanzamt finanziell relativ unschädlich, sofern Sie Ihre Konten im Haben führen.

Der Autor: Karl Alexander Mandl, WOTAXmed

Dipl.-Volkswirt, studierte Volkswirtschaftslehre, Theologie und Philosophie an den Universitäten in Köln, Bonn und Chicago. Er arbeitete in verschiedenen international tätigen Unternehmen als Beteiligungscontroller mit dem Schwerpunkt Vertriebssteuerung. Zuletzt leitete er Vertrieb & Marketing eines mittelständischen Gesundheitsdienstleisters. Heute ist er Bereichsleiter spezialisiert auf den Gesundheitsmarkt bei der WOTAX Steuerberatungsgesellschaft mbH, Aachen. Er ist Mitglied der Fachgruppe „Marketing“ im Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte, der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. und der Arbeitsgruppe „Integrierte Managementsysteme“ der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e.V.

Kontakt: mandl@wotax.de

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