Der Zahnarzt und Facebook – eine nicht immer glückliche Beziehung!

Wenn Zahnärztinnen und Zahnärzte das Netzwerk Facebook für sich entdecken, dann geht diese soziale Beziehung nicht immer gut aus. Das war vor Jahren so, das ist heute noch so und das wird auch in Zukunft so sein (eine Tatsache, die ja aus Beratersicht nicht so schlecht ist). Natürlich gibt es exzellente Beispiele gut gemachter Facebookauftritte in der dentalen Praxiswelt, die aus unterschiedlichen Gründen ihre Ziele erreichen (über die Ziele kann natürlich nur spekuliert werden, wenn die Praxen nicht bekannt sind).

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So finden sich Praxis-Seiten mit vielen Tausend „Fans“, die neben guten Inhalten auch via Facebook-Marketing Reichweite generieren. Es gibt aber auch sehr erfolgreiche Zahnarztseiten, deren Fanzahl deutlich geringer ist, die aber dennoch eine hohe Interaktionsrate aufweisen. Beide Erfolgsmodelle beruhen auf einer wesentlichen Basis: „Das Interesse an den Themen und Inhalten der Seite!“

Erfolgreiche Facebookseiten pflegen eine innige Beziehung zwischen den Menschen in der Praxis und den Menschen, die für die Seite begeistert werden sollen (allerdings muss der Erfolg auch nach messbaren Zielen zu bewerten sein).

[etweet]“Wir machen jetzt auch „Social Media“![/etweet]

Aber warum versuchen sich viele hundert (tausend?) Zahnärztinnen und Zahnärzte mit Profilen auf den diversen Social-Media-Kanälen (wir bleiben bei der Facebookpräsenz) ohne dass am Ende ein nennenswerter Nutzen entsteht? Weil es an Basiskenntnissen der Kommunikation mangelt und weil Facebook immer noch nicht als das verstanden wird, was es ist: „Ein Interaktionskanal (einer von vielen und nicht für jeden der sinnvollste) eingebettet in ein Gesamtkonzept strategischer Kommunikation!“

Viele betrachten Facebook immer noch als ein Spielzeug, das man sich kauft weil es in ist und weil andere auch gerade damit spielen. Auf Gebrauchsanweisungen und vertiefende Wissensbildung wird erst mal verzichtet – warum auch: Facebook kostet nichts, Facebook kann jeder und mit einer Facebookseite kann ich schnell und einfach meine Praxisinformationen verbreiten (so lesen wir es ja auch gerne in Expertenbeiträgen dentaler Fachmagazine). Aber so einfach ist dann wohl doch nicht!

Mein „Freund“ die Zahnarztpraxis!

Ja, ich bin mit Zahnarztpraxen befreundet – ihr sicher auch! Eigentlich erstaunlich, denn laut Facebook-AGB ist es verboten und kann zu einer Löschung des Profils führen. Zudem stehen privaten Profilen – anders als Unternehmensseiten – weder Marketing- noch Statistikwerkzeuge zur Verfügung, die letztlich immer wichtiger bei der Vermarktung und Positionierung der Seite werden!

PR-Profi Annette Schwind hat die Thematik kürzlich in einem Blogpost dargestellt: „Probleme mit erzwungener Profilumwandlung bei Facebook“ 

Wir brauchen wieder was für Facebook!

Falsch! Praxen benötigen keine Themen für Facebook! Praxen benötigen Themen, die in ihre Kommunikationsstrategie passen. Viele denken immer noch aus Sicht des Kanals und nicht aus Sicht der Praxis. Da wird munter alles gepostet, was sich so auf diversen Gesundheitsportalen und in den Speichern der Team-Smartphones befindet – aber selten wird ein direkter Bezug zur Praxis hergestellt. Das muss auch nicht immer sein, aber die Kernkompetenzen der Praxis und deren Angebote sollten sich in den Inhalten wieder finden – immer kombiniert mit wertvollen Informationen für die Zielgruppe – verständlich und werbefrei!

Social Media ist tot – es lebe …!

Ja was denn? Zugegeben – für jemanden, der beruflich sehr eng mit der Thematik verbunden ist, klingt die Aussage ja fast wie der Ruf nach der eigenen Urne. Ist es aber nicht. Denn „Social Media“ ist ein Teil der professionellen Kommunikation, die nur mit einem Treibstoff weiter auf Kurs bleiben kann – mit guten Inhalten.

Dr. Kerstin Hoffmann (Expertin für PR, Social Media und Contentstrategien) schreibt dazu: „Diejenigen Unternehmen, die immer schon auf hochwertige Inhalte und echte Beziehungen gesetzt haben, werden nunmehr denjenigen davonziehen, die es bisher mit flächendeckender Beschallung oder Clickbaits zu einiger Sichtbarkeit geschafft haben.“ (Artikel „Wie man Entscheidet und Käufer wirklich erreicht“)

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Und gerade für die Zahnarztpraxis, deren Möglichkeiten des kreativen Marketings nach wie vor eingeschränkt sind, ist die Positionierung über seriöse und verständliche Informationen eine wesentliche Aufgabe. Gefragt sind redaktionelle / journalistische Kompetenzen und die entsprechenden Ressourcen, um PR und Markenkommunikation zielgerichtet einzusetzen: Content-Strategien – und Social-Media-Kanäle integriert in das Gesamtkonzept – so kann es gehen!

7 Kommentare zu "Der Zahnarzt und Facebook – eine nicht immer glückliche Beziehung!"

  1. Schöner Artikel, vielen Dank!
    Besonders gefällt mir, dass Du sagst, nicht einfach nur Themen für Facebook zu finden. Sie sollten auch in die eigene Kommunikationsstrategie passen.
    Daraus ergeben sich dann nämlich mehr als genug Themen für Facebook…

    Viele Grüße,
    Sebastian

    1. Klaus Schenkmann sagt:
      Hallo Sebastian, vielen Dank! Ja, das ist es halt: „Nicht vom Kanal, sondern vom Thema denken!“
      LG
      Klaus
  2. Schöner Artikel Klaus! Hast es ja bereits Anfang 2013 auch schon in unserem Blog gesagt: „Eine der entscheidenden Überlegungen vor der Umsetzung einer Facebookpräsenz ist die Frage nach dem Ziel. […] Für die einen stehen Patientengewinnung und Patientenbindung im Vordergrund. Andere Praxen möchten sich als Spezialisten für bestimmte Behandlungen wie die Implantologie oder die Prophylaxe positionieren, oder primär das Image einer Qualitätspraxis festigen.“ Ergo: Erst einmal Praxisziele definieren, dann die (Content-)Strategie entwickeln. http://parsmedia-blog.com/2013/02/13/social-media-fans-und-kontakte-fur-die-zahnarztpraxis/
  3. flair-dent sagt:
    Hallo Klaus,

    du hast das Problem wirklich gut erfasst, auch unsere Facebook-Strategie lässt aus Zeitgründen zu wünschen übrig. Das Problem ist, dass viele denken Facebook und andere Kanäle sind ein Selbstzweck, es sind „halt alle da“. Ein Profil muss her, und zwar schnell. Da bleibt die langfristige Strategie und auch die Verantworlichkeit häufig auf der Strecke. Und solange die Facebook-Strategie nicht mit der Marketing- und Kommunikations-Strategie vereint ist, bleibt es leider häufig dabei, das jedes halbe Jahr mal ein neuer Beitrag „auf Krampf“ veröffentlicht wird…

    Die Anni

    1. Klaus Schenkmann sagt:
      Hallo Anni, danke für die netten Zeilen.

      Vor allem sollte eine Frage beantwortet werden: Ist Facebook überhaupt ein geeignetes Instrument für mein Unternehmen? Machen, weil es alle machen – das ist keine Strategie, sondern blinder Aktionismus. Das Ergebnis: Mehr Frust, statt Lust!

      Gruß
      Klaus

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