PR: So kommt eure Praxis in die Medien – garantiert!

Wenn ihr mit eurer Praxis oder eurem Labor einen starken Auftritt in den Medien haben wollt, dann lest den folgenden Artikel. Ich verrate euch das Geheimnis einer optimalen Präsenz in den lokalen und regionalen Medien!

WidjdZ_ZZ_c_ArtFamily

„Hallo Klaus, sag mal – wie komme ich mit meiner Praxis eigentlich in die Zeitung?“

Zugegeben, diese Frage ist mir exakt so noch nicht gestellt worden, aber sinngemäß höre ich solche Sätze natürlich häufiger.

„Peter (dieser mehr als realistische Name ist in diesem Fall frei erfunden), das ist doch ganz einfach: In die Zeitung kommt jedes Unternehmen, wenn es möchte!“

Nun wird diese Antwort einerseits für Luftsprünge mit Doktortitel sorgen und auf der anderen Seite für Kopfschütteln mit Unverständnis – aber sie entspricht nun einmal den Tatsachen. Peter würde ich das so erklären:

„Mit einem ordentlichen Budget kannst du in jeder Zeitung Anzeigen schalten. Das ist ganz praktisch, denn du bestimmst die Inhalte und den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Und in der Regel kannst du dir die Region, in der deine Anzeige erscheint, auch noch aussuchen!“

Ja so einfach ist das: Wer bezahlt, wird gelesen! Ach so – darum ging es Peter bei seinem Wunsch nach medialer Präsenz (die gute alte Zeitung steht einfach mal für „die Medien“) gar nicht! Nein, Peter möchte seinen Namen, seine Praxis und seine einzigartigen Angebote rund um „das gesamte Spektrum der modernen Zahnheilkunde“ ohne finanziellen Aufwand präsentieren!

„Lieber Peter, auch das ist nicht besonders schwer: Etwas Abrechnungsbetrug, ein Verhältnis mit der Auszubildenden und dazu noch ein Gerichtsstreit, weil du einem Patienten aus Versehen fünf gesunde Zähne gezogen hast – dein Name wird in den lokalen Medien zur Schlagzeile. Oder warte einfach ab, bis dein Nachruf erscheint – diese Anzeige musst du dann wenigstens nicht selber zahlen!“

Jetzt aber Spaß beiseite und in Medias res (oder „medias in res“, wie der Lateiner auch sagen würde). Ich hatte vor Kurzem eine Diskussion, die im Kern dem oben angeführten Dialog entsprach. Nur befanden wir (der Zahnarzt, der nicht Peter hieß, und ich) uns in diesem Moment mitten in einem Workshop zum Thema „PR für die Zahnarztpraxis“ und wir konnten alle Fragen passend zum aktuellen Thema klären.

  • Wann immer die Rede von „werblichen Maßnahmen“ ist, gehen diese mit sämtlichen anwendbaren Regelungen der bundesweiten und dentalspezifischen Gesetzgebung konform!
  • Mit „redaktionellen Beiträgen“ , sind Artikel gemeint, die von der Redaktion verfasst und ohne Zusatzzahlungen veröffentlicht wurden
  • Bezahlte „redaktionelle Beiträge“, die nicht als Anzeige zu erkennen sind, gehören in die Kategorie „Schleichwerbung“ und sind verboten! (Anmerkungen des Autoren)

Hier eine kurze Zusammenfassung (für alle, die nicht der Zahnarzt sind, der nicht Peter heißt):

  • PR ist mehr als nur die Öffentlichkeitsarbeit in Richtung Patienten: PR ist das „Management von Kommunikation“ unter Beachtung verschiedener Bezugsgruppen / Dialoggruppen (Patienten, Partner, Medien, Praxisteam)!
  • „Content Management / Marketing“ ist das zentrale Element strategischer PR-Konzepte!
  • Klassisches Marketing ist ein Teil des Kommunikationskonzeptes und gehört in die PR-Strategie!
  • Die Anzeige ist ein wichtiges Feature: Nur sie garantiert die Veröffentlichung gezielter Botschaften zu einer selbstgewählten Zeit in einem gezielt definierten Umfeld!
  • Redaktionelle Beiträge sind eine gute flankierende Maßnahme, um die Aussagen von Werbebotschaften seriös – durch externe Meinungen – zu belegen!
  • Redaktionen leben von Themen: Die Mundgesundheit bietet unzählige Themen und Informationen für eine breite Dialoggruppe (es beginnt vor der Geburt und endet mit dem Tod)!
  • Inhalte werden durch Nachrichtenfaktoren zu Medienthemen: Aktualität, Relevanz, Nähe, Konflikt, Betroffenheit, Fortschritt, Kuriosität, Prominenz – um nur einige zu nennen! 
  • Es gibt gute Anlässe, um Redaktionen Themen anzubieten – und es muss nicht immer der „Tag der Zahngesundheit“ sein!
  • Themen sollten immer über eigene Kanäle (Website, Blog, Newsroom) veröffentlicht werden!
  • Kanäle und Themen werden über die geeigneten Netzwerke den Dialoggruppen kommuniziert (soziale Netzwerke, E-Mail, Newsletter, klassisches Marketing)!
  • Eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit benötigt journalistische Kompetenzen, redaktionelle Strukturen und finanzielle / personelle Ressourcen (intern oder extern)!

Ach so – jetzt wisst ihr immer noch nicht, wie es wirklich klappt, das mit den Medien? Dabei habe ich es doch zum Einstieg irgendwie „garantiert“! Wie gesagt: Wer zahlt, der ist dabei! Und außerdem musste ich den Artikel doch irgendwie spannend beginnen, damit ihr ihn lest und hoffentlich teilt.

Ein Überschrift wie „Die erfolgreiche PR-Strategie für die Zahnarztpraxis“ klingt doch banal und nicht wirklich aussagekräftig. Das wäre so, als würde die Zahnarztpraxis mit „dem gesamten Spektrum der modernen Zahnheilkunde“ Patienten interessieren wollen – aber das macht ja so niemand!


Weiterführende Themen im ZwischenRaum:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie die markierten Felder aus.

Facebook