Die dentale Facebookseite: Immer wieder diese verpassten Gelegenheiten!

Aktuell wurde von diversen Facebookseiten und -Profilen (Zahnarztpraxen, Zahnärzte, Zahnärztekammern) ein Link geteilt! „Lohnt sich eine professionelle Zahnreinigung wirklich?“ fragte die Autorin des Online-Gesundheitsmagazines www.gesundheits-magazin.net in ihrem Artikel! Keine neue Fragestellung, aber eine, die sich Patienten immer wieder stellen, wenn es um die Prophylaxe und die PZR in der Zahnarztpraxis geht. Ich gehe an dieser Stelle nicht auf den Inhalt des Artikels ein, sondern stelle mir eine ganz andere Frage?

Liebe Zahnarztpraxen (und all die anderen, die Interesse an einer guten Patienteninformation haben), wofür habt ihr eigentlich eure Facebookseite?

Geht so - Like

Da bietet euch jemand eine sensationelle Steilvorlage und ihr lasst den Ball einfach ins Aus gehen. Warum? Warum wird so ein Link einfach weiter geteilt – ohne …

  • … eine eigene individuelle Aussage zum Thema?
  • … eine Botschaft, mit der ihr Kompetenz in der Prophylaxe zeigen könnt?
  • … die wesentlichen Unstimmigkeiten in diesem Artikel zumindest EUREN FANS zu erklären?
  • … Facebook zumindest dafür zu nutzen, mit eurer Zielgruppe in den Dialog zu treten?

Fragen wir uns doch, was eure Patienten mit dem Link auf eurer Facebookseite machen, wenn sie ohne weitere Erläuterung lesen: „Lohnt sich eine professionelle Zahnreinigung wirklich?“

Hier gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Sie oder er fragt euch (scheidet leider aus – dazu habt ihr ja nicht aufgefordert)!
  2. Sie oder er beantwortet sich die Frage selber (mit ja oder nein, abhängig von ihrem/seinem aktuellen Informationsstand)!
  3. Sie oder er möchte die Frage beantwortet wissen und liest den Artikel!

Und die letzte Variante ist ja auch in Ordnung. Der Text enthält viele Argumente für eine professionelle Zahnreinigung in der Praxis, als wichtige Ergänzung zur häuslichen Zahnpflege.

Es gibt aber auch den folgenden Satz zu lesen: „Die fluoridhaltige Paste oder ein spezielles Gel bilden auf den Zähnen eine Art Schutzschicht, und auf diese Weise soll verhindert werden, dass sich neue Bakterien ansiedeln können. Nach dieser Profilaxe bekommt der Patient einige Tipps und Tricks mit auf den Weg, um die Zahnreinigung zu Hause effektiver und gründlicher zu machen.“

Wäre doch klasse, wenn ihr hier den Leser in die richtige Richtung gelenkt hättet. Mein Kommentar zu einem dieser geteilten Inhalte liest sich übrigens so:

„Wieder ein Artikel, der PZR und Prophylaxe (oder hier Profilaxe) in einen Topf wirft. So werden Patienten und Konsumenten den Unterschied nie begreifen! Und die arme Helferin muss sich von den Patienten wieder anhören, dass die „Prophylaxe“ nebenan nur 40 € kostet!“

Ihr wisst, was ich meine! Das Gleiche gilt übrigens auch für unseren aktuellen Post auf der Facebookseite von Information-Mundgesundheit.

Screenshot 2015-12-08 19.03.46

Auch hier wurde der Post mehrfach geteilt, ohne dass der Beitrag in irgendeiner Form kommentiert und der Inhalt genutzt wurde (mit einer Ausnahme – lest selbst)!

Facebook ist genau das passende Medium, um hier in die Informationsoffensive zu gehen. Es ist richtig und wichtig, Gesundheitsinformationen zu teilen und euren Fans und Followern nahe zu bringen. Denn eure Patienten sollen die Unterschiede kennen – zwischen einer präventiven, risikoorientierten Individualprophylaxe, die einfach einen Wert hat – und einmal „feucht durchwischen“ für 40 €!

Denkt in Zukunft immer auch an die eigene Marke und an das, was ihr den Patienten als Experten für die Mundgesundheit mit auf den Weg geben möchtet: Wertige, nützliche Informationen (kann man auch relevanter Content zu sagen)!

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