Der ZahniFinder: Die 100-Tage-Bilanz der innovativen dentalen Job-Börse

Es kommt zusammen, was zusammen gehört! Im Mai haben wir zum ersten Mal über das dentale Start-Up ZahniFinder berichtet. Seitdem sind mehr als 600 Profile entstanden, die ihre Daten einem komplexen Algorithmus anvertrauen. Die Software sorgt dafür, dass Menschen zusammenkommen, die zusammen passen. Auf der einen Seite Zahnarztpraxen mit ständigem Bedarf an gutem Personal – auf der anderen Seite die potenziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Was ist so alles passiert, seit dem Start von zahnifinder.de? Projektleiterin Anastasia van Dijk hat es uns erzählt.

Junge Menschen in der Zahnarztpraxis präsentieren die dentale Jobbörse - den ZahniFinder!


100 Tage ZahniFinder: Wie sieht Eure Bilanz in trockenen Zahlen aus?

Von 0 auf 100 in trockenen Zahlen hieß für uns:

  • einen fast 6-stelligen Betrag in Programmierleistungen, Online- und Printwerbung zu investieren,
  • belohnt werden mit bis jetzt über 600 Profilen auf Arbeitgeber- und Angestelltenseite, die sich im ZahniFinder registriert haben,
  • mindestens ebenso viele Tassen Kaffee in geleisteter Nachtarbeit getrunken zu haben,
    ein wenig Stolz sein darüber in der kurzen Zeit schon mehr als 25 Fachkräfte erfolgreich vermittelt zu haben,
  • mit der dental team und der recall zwei Fachverlage und mit der DGDH und Dents zwei dentale Fachgesellschaften für uns zu gewinnen,
  • und zusätzlich mit Bianca Rieken und Dr. Oliver Desch zwei dentale Consultingunternehmer zu unseren Kooperationspartnern zählen zu dürfen.
Was hat Euch bis heute vor allem positiv überrascht?

Vor allem der positive Zuspruch der Social Media Gemeinschaft. Hier wurde unsere Idee, Personalvermittlung online einmal ganz anders zu gestalten, sehr positiv und wohlwollend aufgenommen. Es bestand viel Bereitschaft, unser Startup durch Einbringen eigener Ideen, konstruktiver Kritik und natürlich durch das Teilen und Liken unserer Beiträge zu unterstützen.

Dafür sind wir sind wir sehr dankbar und dem haben wir es zu verdanken, dass uns bis dato schon so viele Teilnehmer/innen ihr Vertrauen geschenkt haben.

Welche Herausforderungen gab es zu bewältigen, mit denen Ihr als Start-Up einfach nicht gerechnet habt?

Das grobe Konzept für ZahniFinder stand nach der ersten Idee bereits ausformuliert innerhalb weniger Tage. Euphorisch dachten wir, dass wir schon nach 4 Wochen online gehen können.

Die Detailarbeit aus sich immer wieder neu ergebenden Fragestellungen in unserem verbindenden Algorithmus, Automatismen, Funktionen und die vielfältigen Serveranforderungen bezüglich Sicherheit und Datenschutz haben uns da aber einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Letztendlich haben wir fast 9 Monate gebraucht um alles zu bauen, zu testen und final zugänglich zu machen.

Wie sahen Eure direkten Learnings aus der aktuellen Entwicklung aus, habt Ihr Dinge im laufenden Prozess geändert?

Die gesamte Entwicklung besteht aus Ideen, umsetzen, zuhören, lernen, optimieren – bis der Prozess erneut beginnt. Du setzt Dir ein Ziel und glaubst, der Weg vom Hier und Jetzt zur Erreichung ist eine gerade Linie. In Wirklichkeit durchwanderst Du aber Höhen und Tiefen bis Du annähernd an Dein Ziel gelangst.

Bereits nach unseren internen Checks hatten wir eine aktive Testphase mit vorab angefragten Praxen und Fachkräften eingeplant um die Reaktionen unserer Teilnehmer abzuwarten. Wir mussten bereits eine gute Anzahl an Testprobanden haben um in einzelnen Regionen eine einigermaßen flächendeckende Ansammlung zum Test unseres Match-Algorithmus zu erhalten. Diesen mussten wir mehrfach anpassen, denn der Abgleich von mehr als 125 Parametern ist tatsächlich sehr komplex.

Auch teilten uns unsere Nutzer – verstärkt auf Arbeitnehmerseite –  mit, dass Sie Bedenken haben sich zu registrieren. Angst, vom bestehenden Arbeitgeber bei der Jobsuche entdeckt zu werden, war für viele ein Grund sich gar nicht erst anzumelden. Aus diesem Grund haben wir kurzfristig reagiert und die „Blacklist“ entwickelt. Diese sorgt dafür, dass bestimmte Kandidaten (gilt für beide Seiten) das eigene Profil nicht mehr entdecken können und für diese quasi gesperrt sind.

Die Herausforderung für unser Programmierteam lag hierbei nicht darin, die bereits im ZahniFinder bestehenden Praxisprofile auszuschließen, sondern gerade diese, die erst in der Zukunft dazukommen würden und die dann bereits automatisch durch die vorab gemachten Angaben ausgeschlossen werden mussten. Aber auch das ist gelungen und so sind wir mit jeder neuen Zusatzfunktion schon ein bisschen stolz, ZahniFinder als interaktive dentale Stellenbörse für unsere Nutzer immer praktischer werden zu lassen.

Bis eine komplette Flächendeckung in allen deutschsprachigen Ländern besteht werden aber sicher noch einige Monate vergehen. Wir bleiben aber am Ball.

Wie ist die Resonanz aus der Branche: Von Praxen und von potenziellem Personal?

Gerade die jüngere Generation ist sehr aufgeschlossen und nutzt sämtliche Funktionen im ZahniFinder geradezu intuitiv richtig.

Die Idee, einem Algorithmus die aufwendige Recherchearbeit zu übertragen und automatisch die angelegten Profile auf beiden Seiten zu vergleichen, wird sehr positiv angenommen. Klar, das spart enorm viel Zeit und die Vorauswahl der jeweiligen Kandidaten (m/w) präsentiert bereits passende Übereinstimmungen, so dass im Nachgang bei einer Kontaktaufnahme viel schneller ein Konsenz gefunden wird. Auch hören wir, dass die „frustbasierte Fluktuation“ der ersten Wochen geringer gehalten werden kann, da von Anfang mehr Gleichheit in der Gesinnung beider Seiten besteht.

Gleichzeitig gibt es aber auch immer wieder Kommunikationsbedarf in der Erklärung unserer Seiten. Wir erhalten zum Beispiel Word Dokumente per E-Mail mit Stellenangeboten aus den Praxen, mit der Bitte, um Einstellung auf unserer Webseite. So können wir die Vorteile, die sich aus unserer Art der Jobplattform ergeben natürlich nicht nutzen und wir informieren hier dann freundlich über die neuen Möglichkeiten.

Wir sehen, dass der Fachkräftemangel sehr spürbar ist und Zahnarztpraxen gleichzeitig viele Möglichkeiten nutzen passendes, gut ausgebildetes und motiviertes Personal zu finden.

Vor welchen Herausforderungen steht Ihr derzeit?

Eine maßgebliche Herausforderung ist tatsächlich der bestehende Fachkräftemangel. Aus vielfältigen Gründen wird der Beruf der zahnmedizinischen Fachassistenz nicht mehr so attraktiv gesehen wie früher. Die wenigen Fachkräfte zu erreichen, die Ihre Position verbessern möchten und an die, ihren Vorlieben nach zu ihnen passenden Praxen zu vermitteln, das sehen wir als unsere Aufgabe.

Facebookgruppen sind voll von Diskussionen über unfaire Behandlung am Arbeitsplatz, schlechter Bezahlung, oder respektlosem Umgang. Aber es gibt genauso viele – vielleicht sogar mehr – positive Beispiele von tollen Chefs (m/w), die eine moderne Praxis betreiben, eigene Kitas für junge Mütter betreiben, gemeinsame, gesunde Mittagessen organisieren, betriebliche Renten oder gesundheitliche Zusatzversicherungen anbieten und über Tarif (wo es denn einen gibt) bezahlen. Nur wird hier nicht ganz so häufig darüber geschrieben, wie über die schlechten Beispiele.

Das ist sehr schade und wir freuen uns immer über einen Post eines gemeinsamen Praxisausflugs oder einer tollen, durch die Praxis unterstützten Fortbildung, für die Mitarbeiter.

Die Zukunft beginnt in diesem Moment: Was plant Ihr langfristig?

Tatsächlich haben wir noch so einige Ideen, die wir gerne in der nahen bis mittleren Zukunft umsetzen möchten. Zusammen mit der DGDH planen wir eine breiter angelegte Aktion, mit der es gelingen soll, den Beruf der zahnmedizinischen Fachkraft wieder mit positiven Werten zu beleben. Das kann nur gelingen wenn an verschiedenen Enden gleichzeitig an einem Strang gezogen wird.

Dazu wollen wir unseren Beitrag leisten und erwirken, dass in den kommenden Jahren die Ausbildungsquoten in den Fachberufen der Zahnmedizin wieder steigen. Es geht uns auch um die Rahmenbedingungen, in denen Mitarbeiter/innen sich mit Ihrem Beruf auch Ihren Lebensunterhalt finanzieren können. Und sie zusätzlich eine gebührende Wertschätzung erfahren, die einem medizinischen Beruf – in dem es letztendlich immer noch darum geht Menschen zu heilen und zu helfen – entgegengebracht werden sollte.

Zahlt sich Euer Engagement für Euch als Unternehmen aus?

Wenn wir das getätigte Investment sehen und den Zeitaufwand den wir betreiben, dann sicher nicht finanziell. Ideell aber auf jeden Fall und das motiviert uns sehr.

Wir erhalten sehr viel positives Feedback, dass wir versuchen genau das Richtige zu tun, indem wir gleichdenkende Menschen in dentalen Teams zusammen führen. Das führt zu mehr Gemeinsamkeit, Freude an der Arbeit und Lebensqualität – und im Idealfall auch zu besseren Ergebnissen in den Praxen.

Tatsächlich haben wir bereits ein erstes „Übernahmeangebot“ aus der Verlagswelt erhalten. Wir glauben jedoch auch so genug Unterstützung im Markt zu erhalten um auch weiterhin in zukünftige Projekte investieren zu können. Tatsächlich haben wir einfach auch sehr viel Spaß an dem was wir tun.


Wir wünschen Anastasia und ihrem Team weiterhin viel Erfolg und jede Menge Energie. Bleibt am Ball, wir werden es tun und weiter über den ZahniFinder berichten!

Was Ihr so alles über die Personalsuche im Internet wissen solltet, lest Ihr in unserem Artikel: Tipps für die Zahnarztpraxis: Personalsuche im Netz als Teil des Praxismarketings

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