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#164

Aus der Praxis: Azubi-Seite abschalten, weil alle Plätze besetzt sind?

Dental-Interview: Klaus Schnekmann und Patrick Neumann im Gespräch vor Mikrofonen am Tisch.

Wer die Azubi-Seite abschaltet, spart sich zwar Absagen verliert aber Bewerber.

Azubi-Seite abschalten, weil alle Plätze besetzt sind?

Der Reflex ist verständlich: Die Plätze sind vergeben, die Bewerbungen kommen trotzdem, und jede Absage kostet Zeit. Patrick sieht darin vor allem eine Image-Frage. Wer ausbildet und die Azubi-Seite trotzdem abschaltet, erzeugt online den Eindruck, die Praxis bilde gar nicht aus. Aktive Anzeigen in Portalen oder Social Media kannst du runterfahren, wenn gerade nichts frei ist. Die Seite auf deiner Website bleibt.

Dazu kommt das Timing. Du weißt nie, wann sich ein junger Mensch mit der Ausbildung beschäftigt. Manche suchen ein Jahr im Voraus, andere reisen nach der Schule erst drei Monate durch die Welt. Oft stoßen Eltern, Tanten oder Onkel die Suche an. Bist du nur zwei Monate im Jahr online präsent, verpasst du genau die, die früh planen.

Zwischen „alles bleibt, wie es ist“ und „abschalten“ gibt es viel Spielraum. Du schreibst offen auf die Seite, dass die Plätze für dieses Jahr besetzt sind und du fürs nächste Jahr wieder suchst. Dann kommen weniger Mails, und wer sich meldet, hat richtig Lust. Die Praxis aus dem Fall hat am Ende nicht abgeschaltet: Sie baut ihren Azubi-Bereich zu einer eigenen Azubi-Welt aus. Und die Absagen gehören für sie jetzt dazu, wenn man als Ausbildungsbetrieb präsent sein will.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Eine Azubi-Seite ist keine Stellenanzeige: Gemeint ist kein halbes Stellenangebot mit Formular darunter. Gemeint sind umfassende Seiten, mit denen sich die Praxis klar zur Ausbildung und zur Förderung junger Leute bekennt.
  • Abschalten sendet eine Botschaft: Die Botschaft lautet: Ich will mit jungen Leuten nur zu tun haben, wenn es mir gerade passt. Eine Infobox oder ein kurzes Video deiner Azubis hält die Tür offen.
  • Die Besten planen früh: Gute Bewerber kümmern sich oft ein oder zwei Jahre vorher und wollen vorher vielleicht ein Praktikum machen. Online bist du 365 Tage im Jahr.
  • Ausbildung wirkt auf alle Patienten: Praxen mit einem Roll-up „Wir suchen Auszubildende“ im Wartezimmer werden darauf sehr häufig und sehr positiv angesprochen. Klaus empfiehlt dazu einen Azubi-Flyer, den du der Tante direkt mitgibst.
  • Ein Aufkleber macht noch keinen Ausbildungsbetrieb: Steht im Netz bei Kununu, Instagram oder TikTok „bloß nicht hingehen“, schießt du dir selbst ins Knie. Ausbildung braucht ein Konzept, einen Plan und qualitative Maßstäbe.

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