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#22

#Metoo: Umgang mit sexualisierter Gewalt in der Praxis

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#Metoo: Umgang mit sexualisierter Gewalt in der Praxis | #22

#MEDtoo in der Praxis: Wenn Grenzen überschritten werden

Die MeToo-Debatte hat das Gesundheitswesen erreicht: Auf dem Deutschen Ärztetag 2026 berichten Medizinstudierende von sexuellen Übergriffen, Machtmissbrauch und systematischer Herabwürdigung. Studien aus Würzburg, Marburg und der Schweiz bestätigen: Mehr als die Hälfte der Frauen im medizinischen Bereich erlebt Übergriffe – durch Patienten, Kollegen oder Vorgesetzte. Auch in Zahnarztpraxen sind anzügliche Kommentare, unerwünschte Berührungen und strukturelle Benachteiligung Alltag.

Ela und Klaus beleuchten, warum patriarchale Strukturen diese Übergriffe ermöglichen und wie sie sich im Praxisalltag zeigen. Ela erzählt von konkreten Fällen: von Patienten, die Mitarbeiterinnen belästigen, von Chefs, die Grenzen überschreiten, und von einem System, das Schweigen belohnt. Klaus fragt nach den Ursachen, den Warnsignalen und den Handlungsoptionen für Führungskräfte. Die zentrale Botschaft: Übergriffe enden dort, wo sie konsequent sanktioniert werden.

5 Erkenntnisse aus dieser Folge

  • Übergriffe werden toleriert, nicht weil sie normal sind, sondern weil sie nicht gestoppt werden: Machtmissbrauch ist systemisch verankert. Er existiert, weil er stillschweigend akzeptiert wird – durch Wegsehen, Bagatellisieren und fehlende Konsequenzen.
  • Psychologische Sicherheit ist die Basis für offene Kommunikation: Nur wenn dein Team weiß, dass es geschützt wird, spricht es über Übergriffe. Ohne Vertrauen bleibt das Thema unsichtbar – und das Problem bestehen.
  • Bei Übergriffen gibt es nur eine Konsequenz: Praxisverbot: Egal ob anzügliche Blicke oder körperliche Übergriffe – wer Grenzen überschreitet, fliegt. Keine Diskussion, keine zweite Chance. Deine Mitarbeitenden müssen sehen, dass du Stellung beziehst.
  • Schweigen schützt Täter, nicht Opfer: Viele Frauen melden Übergriffe nicht, weil sie Angst vor Konsequenzen haben – vor Schuldzuweisungen, Jobverlust oder Demütigung. Deine Aufgabe als Führungskraft: diesen Schutzraum für Täter zerstören.
  • Auch junge Zahnärztinnen kämpfen gegen strukturelle Abwertung: Weiblich, jung, kompetent – und trotzdem nicht ernst genommen. Diagnosen werden angezweifelt, Preise härter verhandelt, Erfahrung abgesprochen. Das ist Machtmissbrauch auf anderer Ebene.

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