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Vier-Tage-Woche in der Zahnarztpraxis
Die Vier-Tage-Woche ist eine Recruitingchance und kein Luxusmodell – wenn Personaldecke und Planung stimmen.
Vier-Tage-Woche in der Zahnarztpraxis
Der Fachkräftemangel ist da, und er wird stärker. Trotzdem denken viele Inhaber bei der Vier-Tage-Woche zuerst an weniger Stunden, weniger Umsatz, weniger Geld. Ela hält das für einen Fehler in der Kalkulation: Wer nur den fehlenden halben Tag mal Leistungsstundensatz rechnet, übersieht, was er dafür bekommt. Nämlich ein Team, das motivierter und weniger ausgepowert ist, und eine bessere Struktur.
Die Grundlage ist eine ausreichende Personaldecke, unabhängig vom Arbeitszeitmodell. Für eine Einbehandlerpraxis nennt Ela mindestens zwei Assistenzen, Prophylaxe, eine Vollzeitkraft an der Rezeption und Reserve für Krankheitsfälle. Darauf baut jedes Modell auf: die Wochenarbeitszeit auf vier Tage verteilen, den Freitag rausnehmen oder ein Schichtsystem fahren, etwa sieben bis zwei und zwei bis sieben im Wochenwechsel. Das macht mehr Arbeit in der Personalplanung. Ela sagt offen: Sich das schönzureden, wäre Blödsinn.
Für die Umstellung machst du dir zuerst selbst ein Konzept, am besten mit einem Anreiz für das Team. Dann stellst du es in einer Teamsitzung vor und rechnest mit Widerstand. Die Patienten sind aus Elas Sicht der kleinste Faktor: An den künftig freien Tagen vergibst du einfach keine Termine mehr. Und die Vier-Tage-Woche kann auch dir als Inhaber oder Inhaberin guttun.
Fragen zur Umsetzung? Schreib Ela. Wenn du wissen willst, wie eine Stellenanzeige zum Thema aussieht und wie du sie bewirbst, melde dich bei Klaus.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Mehr Stunden bringen nicht automatisch mehr Umsatz: Mehr Arbeit und mehr Stunden heißen weder bessere Organisation noch mehr Umsatz. Ela plädiert dafür, auch Erschöpfung und Arbeitsqualität in die Kalkulation einzubeziehen.
- Kaum eine Stellenanzeige bietet sie an: In der Folge wird eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung angeführt: Demnach bieten nur 0,12 Prozent aller Stellenanzeigen in Deutschland eine Vier-Tage-Woche an, in der medizinischen Versorgung 0,27 Prozent. Für Klaus und Ela ist das ein möglicher Hebel im Recruiting.
- Zu wenig Personal trägt kein Modell: Mit einer zu knappen Besetzung funktioniert aus Elas Sicht schon die Fünf-Tage-Woche nicht. Ihre Empfehlung: lieber eine etwas großzügigere Personaldecke einplanen, statt Engpässe dauerhaft selbst aufzufangen.
- Eine Personalquote braucht Kontext: Eine Quote aus der betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA) zeigt weder die Organisation noch die Pläne der Praxis, sondern zunächst die Zahlen der Vergangenheit. Personalentscheidungen brauchen deshalb einen Blick auf die gesamte Praxis.
- Teilzeitbewerberinnen sind eine Chance: Wer 20 oder 25 Stunden arbeiten möchte, kann gut zu einem durchdachten Arbeitszeitmodell passen. Ela sieht darin eine Möglichkeit, qualifizierte Mitarbeiterinnen zu gewinnen – auch wenn Planungsaufwand und Kosten berücksichtigt werden müssen.
Erwähnte Quellen und weiterführende Inhalte
- Pilotstudie zur Vier-Tage-Woche in Deutschland: Zwischenbericht als PDF – Intraprenör / 4 Day Week Global / Universität Münster
- Bertelsmann Stiftung: Auf den Punkt – Die 4-Tage-Woche
- solvi: Beitrag zur Vier-Tage-Woche
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