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#28

Wer beim Krankstand an Blaumachen denkt, hat schon verloren.

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Wer bei Krankmeldungen zuerst an Blaumachen denkt, hat als Führungskraft schon verloren.

Deutschland hat einen Rekord-Krankenstand, das ist kein Geheimnis. Auch in Zahnarztpraxen schlägt das durch – meistens montags, wenn ohnehin schon viel improvisiert werden muss. Ela beschreibt zwei typische Reaktionen: Die einen sagen „gute Besserung, wir organisieren das“, die anderen reagieren sofort mit Misstrauen. Beides hat Gründe, sagt Ela – und die liegen fast immer in der Führungsstruktur der Praxis.

Klare Ansage von Klaus: Blaumachen hat selten etwas mit Lust oder drei Bier am Sonntag zu tun. Wer wirklich keine Lust auf den Job hat, hat andere Gründe. Trotzdem hält sich der Generalverdacht hartnäckig – und genau der ist das Problem. Wer Mitarbeitenden mit Misstrauen begegnet, bekommt am Ende genau das Verhalten, das er eigentlich verhindern wollte.

Ela plädiert stattdessen für echtes Nachfragen: nicht als Verhör, sondern als ehrliches „Was kann ich für dich tun, damit es dir besser geht?“ Und für klare QM-Prozesse, die im Vorfeld regeln, wie Ausfälle laufen – statt erst am Montagmorgen zu improvisieren. Die geplante Attestpflicht ab dem ersten Tag sieht Ela kritisch: Sie bindet kranke Mitarbeitende länger im System, statt Vertrauen zu stärken – das regelt sich besser direkt in der Praxis.

Zum Schluss geht es um das, was Praxen aktiv tun können: Ergonomie, Pausen, gesunde Ernährung, Präventionsprogramme der Krankenkassen – und die Vorbildfunktion der Praxisleitung selbst. Wer auf die eigene Gesundheit achtet, hat beim Team schon halb gewonnen.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Verdacht erzeugt genau das, was er verhindern soll: Wer Mitarbeitende bei Krankmeldungen unter Generalverdacht stellt, schwächt Vertrauen und Bindung – und bekommt am Ende mehr Distanz statt weniger Ausfälle.
  • QM-Prozesse ersetzen Bauchgefühl am Montagmorgen: Klare Wege für Krankmeldungen – wer wen informiert, ab wann eine AU nötig ist – nehmen dem Thema die Hektik und die Vorwürfe.
  • Nachfragen statt kontrollieren: Ein ehrliches „Was brauchst du gerade?“ bringt mehr als jede Beweispflicht – vorausgesetzt, die Vertrauensbasis stimmt.
  • Die Attestpflicht ab Tag eins löst das eigentliche Problem nicht: Sie bindet kranke Mitarbeitende länger im System, statt Führung und Vertrauen in der Praxis zu stärken.
  • Prävention beginnt bei der Praxisleitung selbst: Ergonomie, Pausen und Präventionsprogramme wirken erst, wenn die Führungskraft sie auch selbst vorlebt.

Erwähnte Quellen & weiterführende Inhalte

  • DRK-Studie zu Krankschreibungsgründen: Klaus verweist auf eine Umfrage bzw. Studie des DRK aus dem letzten Jahr zu den häufigsten Krankschreibungsgründen (u. a. Rücken, Psyche) – er ist sich selbst beim genauen Format nicht ganz sicher. Keine exakte Quellenangabe im Transkript.
  • Gallup-Studien zu Mitarbeiterbindung: Klaus bezieht sich allgemein auf „aktuelle Gallup-Studien“ zu sinkendem Vertrauen und emotionaler Bindung von Arbeitnehmer:innen in Deutschland. Keine konkrete Studie benannt.
  • Social-Media-Hinweis zum Krankenstand im Bundestag: Michaela erwähnt einen Social-Media-Post (u. a. vom Zentrum für Politische Schönheit), der den Krankenstand im Bundestag dem Bevölkerungsdurchschnitt gegenüberstellt. Ohne verifizierte Quelle im Transkript.
  • Nächste Folge – Delegieren und Abgeben: Ela und Klaus kündigen für die kommende Folge das Thema Delegieren/Abgeben-Können an. Folgennummer stand bei Aufzeichnung noch nicht fest.

Recherchelinks zur Episode

Das EVENT 2026: Praxis [einfach. leichter. führen]

p11.parsmedia.info