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Was Marketing in der Praxis kosten darf – mit Frank Steuer | #150
Warum die Prozent-Faustregel beim Marketing-Budget nichts taugt und wie ein Steuerberater stattdessen rechnet.
Was Marketing in der Praxis kosten darf
Viele Praxen haben kein Marketing-Budget – oder sie bekommen eine Zahl genannt, die niemand begründen kann. Frank Steuer geht es anders an. Er ist Steuerberater und Diplom-Betriebswirt, betreut seit über 30 Jahren Dentallabore und Zahnarztpraxen und berät mit dem Rechtsanwalt Jens Petzold auch jenseits von Recht und Steuern (gemeinsames Unternehmen „ÁKAI“). Sein erster Satz zum Budget: keine pauschale Prozentzahl. Erst die Analyse, wo die Praxis steht und wohin sie will.
Sein Weg ist nüchtern und nachvollziehbar: private Entnahmen plus Praxiskosten plus Marketing ergeben den Mindestumsatz. Den teilt er durch die Behandlungsstunden – und weiß, was die Praxis pro Stunde erwirtschaften muss, damit das Budget sich trägt. Wichtig dabei: Marketing wirkt zeitversetzt, oft erst nach der 20. oder 30. Maßnahme. Wer keinen Atem hat, bricht zu früh ab. Deshalb lieber kleiner einsteigen und das Budget stufenweise erhöhen.
Der zweite Strang dreht sich um Nachfolge. Geräte und eine neue Einrichtung sind schnell finanziert. Eingespielte Strukturen, ein funktionierendes Team und gute Sichtbarkeit kann kein Depot liefern – genau das macht den Praxiswert aus. Zum Schluss eine klare Warnung: Online-Steuertipps zu Holdingstrukturen können teuer enden, wenn der Berater das Berufsrecht der Branche nicht kennt.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Prozente vom Umsatz sagen nichts: Ob 3 Prozent viel oder wenig sind, hängt davon ab, wo deine Praxis steht und wohin sie will. Erst die Analyse, dann die Zahl.
- Das Budget folgt aus deiner Kostenstruktur: Private Entnahmen plus Praxiskosten plus Marketing ergeben den Mindestumsatz – geteilt durch die Behandlungsstunden weißt du, was du pro Stunde verdienen musst.
- Marketing wirkt nicht sofort: Die Wirkung kommt verzögert, oft erst nach vielen Maßnahmen. Wer das Budget nicht durchhält, sieht nie ein Ergebnis. Im Zweifel kleiner anfangen.
- Das knappste Gut bei der Nachfolge ist das Team: Technik ist beschaffbar, eingespielte Strukturen nicht. Gute Sichtbarkeit zieht passende Käufer und Mitarbeiter an.
- Halt dich von Online-Steuertipps fern: Ein Tipp zur Holdingstruktur führte bei einer Zahnärztin zur vierfachen Steuerbelastung. Wer strukturiert, braucht einen Berater, der die Branche kennt.
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