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Mit Feedback führen: Wichtiger als jedes Jahresgespräch| #016
Warum kurze, ehrliche Reaktionen im Alltag mehr bewirken als jedes Jahresgespräch.
Führen durch Feedback
Das eigentliche Problem in vielen Praxen ist nicht, dass Feedback fehlt. Das Problem ist, dass es nur stattfindet, wenn etwas schiefläuft. Wer unterm Radar fliegt, ist gut – das ist der Glaubenssatz, mit dem viele Mitarbeiterinnen ihren Alltag bewältigen. Höchstleistung entsteht so nicht. Bindung auch nicht.
Ela beschreibt einen anderen Weg. Feedback heißt für sie nicht, einmal im Jahr Leistung zu bewerten, sondern den ganzen Menschen wahrzunehmen – im Moment, situativ, schnell. Manchmal reicht ein „Alles gut?“, manchmal ein offenes „Was brauchst du heute von mir?“. Wer das vorlebt, baut Sicherheit auf. Wer dann doch mal kritisieren muss, hat ein Polster, auf dem die Kritik landen kann, ohne als Strafe wahrgenommen zu werden.
Dazu kommt: Junge Mitarbeiterinnen erwarten Feedback. Sie wollen wissen, wo sie stehen. Wer das nicht liefert, verliert sie an die nächste Praxis. Und in größeren Konstrukten bleibt vor allem eines wichtig – berechenbar bleiben. Heute Blümchen, morgen Anpfiff funktioniert nicht.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Jahresgespräche reichen nicht: Einmal im Jahr ein Bewertungsbogen, vorher Maske auf, hinterher 49,20 Euro netto mehr – das fühlt sich für Mitarbeiterinnen wie eine Prüfung an, nicht wie Wertschätzung.
- Feedback heißt sehen, nicht bewerten: Ein „Alles gut?“ zeigt: Ich nehme dich wahr. Diese zwei Worte können mehr bewirken als ein vorbereitetes Mitarbeitergespräch, das auf Kennzahlen reduziert.
- Die Tat fokussieren, nicht den Täter: Wenn etwas schiefläuft, gehört das Problem auf den Tisch, nicht der Mensch an den Pranger. So bleibt Kritik konstruktiv und schiebt niemanden ins Eck.
- Reguliert bleiben: Heute überschwänglich, morgen genervt – diese Sprunghaftigkeit treibt vor allem junge Mitarbeitende schnell raus. Sie suchen Halt, nicht Stimmungswechsel.
- Mut zur Schwäche: Wer als Chefin sagt: „Ich brauche manchmal einen Tag, bis ich reagiere“, macht sich nicht klein. Sondern öffnet einen Raum, in dem auch andere ehrlich sein dürfen.
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