Zukunft Praxismarketing: Aussichten und Einblicke mit Tobias Heine┃artista Onlinemarketing

Wo kommen sie kĂŒnftig her – die Patientinnen und Patienten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Hast Du diese Frage fĂŒr Dich und Deine Zahnarztpraxis schon beantwortet? Wenn nicht, findest Du sicher einige gute Anregungen und Informationen bei webDOtalk – unserem Online-Portal fĂŒr Marketing und Kommunikation. Wir sprechen mit Tobias Heine von artista Onlinemarketing ĂŒber die aktuellen Themen des Praxismarketings.


Praxismarketing im Heute und Morgen: Aussichten und Einblicke mit Tobias Heine von artista Onlinemarketing

webDOTalk - das parsmedia Podcast-Webinar mit Klaus und Tobias

Wir sind fest davon ĂŒberzeugt: Das Praxismarketing wird sich in der Zukunft stark verĂ€ndern. Eigentlich lĂ€uft dieser Prozess schon, aber von vielen wird er noch nicht wirklich wahr genommen. Worum es jetzt – auch mit Blick auf Corona – und in Zukunft gehen wird – darĂŒber hat Klaus mit unserem Freund und Partner Tobias gesprochen

Einige unserer Themen:

  • Welche VerĂ€nderungen im Marketing beschert uns die Corona-Krise?
  • Warum mĂŒssen wir uns immer mehr um unsere Nutzer kĂŒmmern?
  • Welche Rolle spielt Google jetzt und kĂŒnftig fĂŒr das Praxismarketing?
  • Social Media strategisch richtig nutzen!

parsmedia und artista - es begann mit einer Facebookanzeige

Unsere Agenturen parsmedia Praxismarketing und artista GmbH – Agentur fĂŒr Online-Marketing gehen seit 2016 einen gemeinsamen Weg. Wir begleiten ZahnĂ€rzte und Mediziner anderer Fachrichtungen in allen Bereichen des Marketings, auch wenn es nicht um „online“ ist.

Es begann 2016 mit einer Facebook-Anzeige, die Klaus in seinem Feed angezeigt wurde. Eine Online-Marketing Agentur mit genau den Schwerpunkten haben wir vor vier Jahren gesucht – und die sollte es in der Heimatstadt unseres GeschĂ€ftsfĂŒhrers geben? Zum GlĂŒck gibt es sie!

Dass hier Menschen, Typen und Mind-Sets zusammen passen, war schnell klar. Seitdem haben wir uns auch rĂ€umlich zusammen getan. FĂŒr Klaus und unseren Redakteur Christian ist immer ein Schreibtisch bei artista frei. Wir haben viele tolle Projekte gemeinsam auf die Beine gestellt. Tobias und sein Team betreuen alle unsere Praxen rund um die Themen SEO (Suchmaschinen-Optimierung) und SEA (Suchmaschinen-Marketing) – viele Ideen haben wir seitdem entwickelt, verworfen und umgesetzt. Hier einige Beispiele fĂŒr unser Praxismarketing.

Logisch, dass Tobias zu den ersten GĂ€sten von webDOtalk gehört. Wir haben das gesamte Webinar aufgezeichnet. Ihr findet hier eine sinngemĂ€ĂŸe Abschrift der Audiodatei mit notwendigen, sprachlichen und grammatischen Korrekturen und KĂŒrzungen.

webDOTalk - das parsmedia Podcast-Webinar mit Klaus und Tobias

Tobias, wie lautet deine wichtigste Botschaft in 30 Sekunden!

Wenn du dir die MĂŒhe machst, tief in dich gehst und wirklich mal diese komplette Patientenreise machst, wie man auf dich aufmerksam werden könnte. Das Ganze kritisch hinterfragen und durch die Augen dieses potenziellen Kunden einfach mal nachvollziehen.


WebDoTalk “Praxismarketing im Heute und Morgen”

artista hatte vorher ja wenig mit ZahnĂ€rzten, mit Dentalmarketing zu tun. Was hat euch am meisten ĂŒberrascht? Wo musstet ihr auch umdenken?

Viel umdenken mussten wir auf jeden Fall. Bis zu dem Zeitpunkt haben wir uns ja relativ viel hier in der Region bewegt, durch Dienstleistungen querbeet. Wir haben aus einer Region immer nur einen Dienstleister gehabt, um den Kundenschutz zu gewĂ€hren. Das heißt, wir haben sehr großen FĂ€cher an Dienstleistungen gehabt und hatten eigentlich nie das GefĂŒhl, dass man bestimmte Erkenntnisse aus einem Markt direkt wieder fĂŒr weitere Kunden nutzen kann.

Das war natĂŒrlich schon eine positive Erkenntnis, was das betrifft, durch euch. Weil wir dann auch bundesweit aktiv waren, konnten wir natĂŒrlich fĂŒr viele Kunden tolle Sachen analysieren und musste nicht das Rad immer neu erfinden. Das war schon sehr spannend. NatĂŒrlich muss man sich am Anfang in die Thematiken reinfuchsen. Aber je mehr Know-How man sich dann fachlich aneignet, umso mehr Spaß macht es dann.


Flashback Corona: Wie haben wir agiert, als unsere Praxen runterfahren wollten?

NatĂŒrlich hatten auch wir nicht direkt den richtigen Pfeil im Köcher. Ich glaube, die richtige Entscheidung war – bevor man irgendetwas macht – einen Schritt zurĂŒckzugehen, sich die Situation anzuschauen und dann zu entscheiden.

Wir sind ja dann zu dem Entschluss gekommen, dass wir grundsĂ€tzlich eher die Chancen nutzen wollen, weil wir davon ausgehen – und positiv denken, so wie wir es immer tun – dass so eine Krise auch wieder vorbeigeht. Wir wussten zu dem Zeitpunkt natĂŒrlich nicht, wie lange wir damit beschĂ€ftigt sein werden.

Aber dadurch, dass wir immer langfristig und strategisch denken und vorgehen, war das eine gute Entscheidung, unseren Praxen zu empfehlen, kurzfristige Maßnahmen, die sofort auf die Conversion – also sofort auf die Kontaktanfragen zielen – erst einmal ein bisschen runterzufahren.

Aber alles was strategisch ist, was auf die Vision, auf die Strategie einzahlt, weiterzubehalten. Also gerade Social Media weiterzufahren, nicht zu stoppen, die Patienten zu informieren: Was ist gerade in der Praxis los, hat sie geöffnet, ist sie geschlossen?

Bestimmte Werbekampagnen haben wir runtergefahren, andere haben wir dafĂŒr erhöht. Wir haben also viel Budgets ausgetauscht, von kurzfristig in langfristig wirkende KanĂ€le.

Wenn wir heute Content aufbauen, wirkt er eh erst in ein paar Wochen. Es gibt genug Praxen und genug Wettbewerber, die genau das Gegenteil tun: Sie ziehen sich die TĂŒte ĂŒber den Kopf, stoppen alles und hören auf. Wir konnten da die Chance nutzen, Besucher, genauer gesagt potenzielle Patienten, auf uns aufmerksam zu machen, teilweise sogar wesentlich gĂŒnstiger (im Bereich Google-Ads).


Wie verĂ€ndert Corona kĂŒnftig unser Marketing?

Wir wissen beide, dass wir immer noch Unternehmer und Praxen kennen, die sagen, dieses Internet brauche ich nicht. Das mag hier und da mal stimmen, denn es gibt auch immerhin noch genug Patienten, die derselben Meinung sind. Das wird aber immer weniger.

Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal jemanden gesehen habe, der in den “Gelben Seiten” geblĂ€ttert hat.

Die Wege, wie sich Leute informieren, die Ă€ndern sich. Ich glaube, dass die Corona-Krise diese Änderung noch einmal extrem verschnellert hat. Wenn ich an mein Umfeld denke, wie viele Kunden, Partner – auch in der Familie – vor ca. 3 Monaten sage ich einmal, wenn du die auf eine Videokonferenz eingeladen hast, dann haben die dir einen Vogel gezeigt. Man wĂŒrde sich technisch nicht auskennen oder ich muss mich noch schön machen. Da gab es wirklich sehr viele Vorurteile dagegen.

Du kennst das ja selber, fĂŒr uns war das auch nicht gewohnt, dass wir uns pro Monat so oft zusammen zoomen. Und mittlerweile ist diese Angst einfach verloren. Und das ist schon wieder ein Digitales Medium, was auf einmal reinrutscht. Ich glaube ganz stark daran, dass die Leute sich ĂŒber diese digitale “Helferlein” freuen und daran gewöhnt haben.

Ich glaube auch, dass jetzt Videosprechstunden einen ganz großen Schwung erleben, weil die Leute es gewohnt sind, mit seinem GegenĂŒber per Videochat zu kommunizieren.


Worum geht es im Marketing wirklich?

Wir mĂŒssen unsere Zielgruppe bedĂŒrfnisgerecht ansprechen.

Im Marketing, in der Definition, steht nichts davon, welche KanĂ€le dafĂŒr richtig sind und welche nicht. Flyer und BroschĂŒren sind auch deswegen in Verruf geraten, weil sie mittlerweile weniger Sichtbarkeit bekommen und weil das Preis-LeistungsverhĂ€ltnis online ĂŒber digitale Medien besser ist.


marketing-schreihals

Das heißt aber nicht, dass sie grundsĂ€tzlich tot sind. Laut der Definition von Marketing wĂŒrde ich behaupten, dass ein Handwerker, der hochwertige BĂ€der saniert, und der seinen Lieferwagen ordentlich wĂ€scht und damit herumfĂ€hrt, mehr zielgruppengerechtes Marketing betreibt als ganz viele Unternehmen, die irgendwas bei Facebook machen – weil bei Facebook muss man ja irgendwas posten.

Instagram und Facebook können super sein, wenn denn die Zielgruppe stimmt, wenn ich die BedĂŒrfnisse richtig einschĂ€tzen kann und darauf eingehe und auch eine ordentliche Strategie reinpacke.

Auch da ist es, wie so hĂ€ufig, wenn ich nur einen Kanal bediene. Wenn man einmal sein eigenes Nutzerverhalten betrachtet, dann ist es selten so, dass ich morgens aufwache und ein Kanal irgendwo sehe und sofort zuschlage. Ich brauche einfach mehrere BerĂŒhrungspunkte. Das hĂ€ngt dann von der InvestitionsgrĂ¶ĂŸe ab. Aber es ist selten ein BerĂŒhrungspunkt, der reicht.

Wenn ich dort Social Media super mache und leite sie auf meine Webseite weiter, die dann super langsam ist oder nicht optimiert ist, dann bringt mir auch die tollste Facebook-Kampagne nichts.


Diese Frage muss sich eine Praxis stellen: Warum sind wir die richtige Praxis fĂŒr Dich?

Definitiv. Und es ist ĂŒberraschend, wie hĂ€ufig das noch nicht geschehen ist. GrĂ¶ĂŸtenteils sind wir die Ersten, die das Thema in den Raum stellen, das ĂŒberrascht mich immer wieder.

Aber da sind wir wieder beim strategischen Marketing. Ich muss wissen, wer sind meine Zielgruppen. Ich muss definieren können, wer sind eigentlich meine Wunschpatienten. 

Weil wenn ich sage, meine Wunschpatienten sind alle, alle, die in meiner NĂ€he wohnen und denen biete ich auch alles an, dann ist man ein Bauchladen und vergleicht sich mit anderen BauchlĂ€den und kann sich nie abheben. Ich muss mein Alleinstellungsmerkmal ausarbeiten, wodurch ich mich unterscheide. FrĂŒher war es einfach so, das ist ein paar Jahre her, wenn ich eine Webseite hatte, dann war das Alleinstellungsmerkmal gut. Irgendwann sind aber andere nachgezogen.

Jetzt ist es auch so, dass wir schon in viele MĂ€rkte einsteigen, wo es viele gute Praxen gibt, die das wirklich gut machen, aber nicht wirklich an ihrer Positionierung gearbeitet haben.

Keiner hat sich die MĂŒhe gemacht und ganz genau definiert, was haben wir eigentlich fĂŒr messbare Ziele, wen wollen wir erreichen, wo wollen wir hin und wie sehen die Wunschpatienten aus, die wir eigentlich gerne hĂ€tten. Und dann natĂŒrlich auch, wie kann ich die erreichen, mit welcher Botschaft.

Klaus: Ich stelle in den Praxen oft die Frage: „Was macht euch aus, was macht euch so besonders?“ Das ist eine Frage, die fĂŒr viele nicht leicht zu beantworten ist. Dann höre ich Dinge wie, wir sind doch ein ganz tolles Team und sind super nett. Am liebsten habe ich dann die Aussage, „wir bieten das gesamte Spektrum der modernen Zahnheilkunde“. Mit dem, was der Patient natĂŒrlich erwartet – eine umfassende Zahnmedizin – positioniere ich mich ja nicht.


Was kann denn eine Positionierung fĂŒr die Praxis sein?

Ich denke, dass es wichtig ist, sich seiner StÀrken bewusst zu sein.

Denn die Zielgruppe sucht, wo genau diese StĂ€rke die Lösung fĂŒr ein bestimmtes Problem ist. Ich muss mit Herzblut, mit Leidenschaft und echter Kompetenz an einer Sache dran sein. Und wenn ich dann genau die Leute erreiche, die ich suche, kann das fachlich orientiert natĂŒrlich sein, aber kann auch werteorientiert sein.

Ein Beispiel, was wir mal hatten: Ein Arzt war sehr unzufrieden ĂŒber die schlechten Bewertungen, die eingegangen sind. Dann haben wir das analysiert und gesehen, dass das 90 % enttĂ€uschte Angstpatienten waren. Wir haben den Arzt darauf angesprochen und er sagte, “mit Angstpatienten, mit denen kann ich auch nicht wirklich gut”.

Wir fragten dann, warum steht das auf der Webseite und warum soll das beworben werden? Er sagte, das war immer schon so und Angstpatienten machen wir auch mit. Und das ist ein schönes Beispiel: In dem Moment haben wir alle Kampagnen gestoppt zum Thema Angstpatienten, weil da dieses Missmatching einfach da war. Er konnte nicht mit Angstpatienten, ist aber online gut zum Thema Angstpatienten gefunden worden. Die Zielseite zu dem Thema war auch sehr gut gestaltet und Patienten wurden gut abgeholt, was in der RealitÀt dann doch anders war.

Klaus: “Es gibt ja oft eine Diskrepanz zwischen dem Bild, was eine Praxis nach außen geben will und dem, was der Patient dann in der Praxis erlebt. Wichtig ist, authentisch zu sein und rausfinden, wer ich bin. Das wĂŒrde aber auch bedeuten, mal Abstriche zu machen und zu sagen:  “Hey, ich bin gar nicht der, der ich gerne wĂ€re!”.


Wie kann man einen Zahnarzt davon ĂŒberzeugen, dass er authentisch sein soll, statt der “GrĂ¶ĂŸte”, der er nicht ist?

Das Internet hat uns eine Sache extrem beschert und das ist Transparenz. Heute ist es so, dass unzufriedene Patienten sehr hĂ€ufig darĂŒber erzĂ€hlen. Und wenn ich nicht authentisch bin und Dinge verspreche, die ich nicht halten kann, dann geht das nur kurzfristig gut.

Zudem fĂ€llt mir dann immer ein Spruch ein, wenn es um das Thema Fokus geht: “Wer versucht zwei Hasen zu fangen, der fĂ€ngt meistens keinen”.

Und so ist es auch im Marketing. Wenn ich mich nicht fokussiere und sage, das gesamte Spektrum der Zahnmedizin, und meine Zielgruppe sind alle und ich biete allen alles, dann wird man mittelfristig ein Problem bekommen, weil gefĂŒhlt gibt es kaum Leute, die danach suchen.

Erstmal hat man ein Fokusproblem und danach wird gesucht, fĂŒr die beste Lösung dafĂŒr.


cal Media KanĂ€le sind wichtig?linemarketing fĂŒr die Zahnarztpraxis. Welche Soc

Woher wissen ZahnĂ€rztinnen / ZahnĂ€rzte denn, welcher Kanal, welches Medium fĂŒr sie dann doch geeignet ist?

Das hat auch viel mit Erfahrung zu tun. Man muss schon wissen, wer sich auf welchen digitalen KanÀlen rumtreibt und auch warum. Leute, die sich bei Instagram einloggen, haben ein anderes Mind-Set als viele, die sich gerade bei Facebook einloggen.

Das hat viel mit Unterhaltung zu tun, Facebook hat auch noch einen Newscharakter. Bei Facebook ist das Alter wesentlich höher als bei Instagram, auch wenn sich das aufgelockert hat und Instagram eigentlich viele junge Leute anzieht. FrĂŒher war es eher so, dass man bei Instagram sehr Ă€sthetisch visuell, hochqualitative Inhalte liefern musste. Heute geht es so einigermaßen. Man muss halbwegs aber auf dem Laufenden bleiben, was momentan up-to-date ist, um das einigermaßen einschĂ€tzen zu können.

Wenn ich dann definiere, wer sind meine Zielgruppen, dann habe ich natĂŒrlich nicht nur Patienten als Zielgruppen. Wenn ich Employer Branding haben möchte, weil es könnte mal wieder sein, dass ich einen neuen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin suche, dann ist Instagram ein ganz guter Kanal.

Mit KanĂ€len wie TikTok z. B., was wir auf jeden Fall im Blick haben, das weiß man jetzt noch nicht ganz genau, wo sich das hinentwickelt. Aber das ist auch Aufgabe eines Dienstleisters finde ich, sich da genĂŒgend Gedanken zu machen und die Sache im Blick zu haben.


Wie finde ich relevante Inhalte, Content, den Kunden hören / lesen wollen?

Auch da ist der erste Schritt: Reden und zuhören und fragen.

Wenn da nicht sehr viel rauskommt oder nicht genug, dann haben wir natĂŒrlich hier und da den Werkzeugkasten, weil wir digital unterwegs sind, um einfach Analysen zu fahren. Wir können inzwischen gut analysieren, was suchen Leute bei Google, was geben sie ein, welche Fragestellungen werden in Foren gestellt.

Wir bekommen mittlerweile relativ gut heraus – zumindest digital – was die Leute zu bestimmten Themen beschĂ€ftigt. Gleichzeitig auch Analysen: was machen andere, was machen Wettbewerber? Da kann man sich auch immer mal sehr gut daran orientieren, was gut funktioniert. Die KanĂ€le sind ja öffentlich, daher kann man das ganz gut sehen. Und da dann ein Set zusammenstellen an VorschlĂ€gen, die man generieren kann.

Da sind wir wieder bei dem Thema: Wir können nie versprechen, was funktioniert. Wir können mit unserer Erfahrung und den Analysetools die Wahrscheinlichkeit drastisch erhöhen, dass es erfolgreich wird.

Aber dann ist es hinterher wichtig, alles zu messen. Wenn ich nicht nachvollziehen kann, wie viele Menschen tatsĂ€chlich meine Inhalte konsumiert haben und wie sie darauf reagiert haben, wer vielleicht nach dem Konsum eines Inhalts tatsĂ€chlich zum Patienten geworden ist. Dann habe ich es natĂŒrlich generell schwer, eine Erfolgsmessung durchzufĂŒhren und zu bewerten.


Wie mĂŒssen sich Internetseiten der Zahnarztpraxen entwickeln?

Ich denke, es geht in Richtung Individualisierung, soweit es technisch möglich ist. Möglichst genau denjenigen abholen, der gerade vor dem Rechner / Smartphone sitzt und die Inhalte durchliest.

Klingt ein wenig nach Hokuspokus, ist aber im Grunde gar nicht so schwer. Im Normalfall wissen wir ja die Quelle, wo kommt derjenige her. Wenn wir dann ordentlich mitmessen können, können wir eine Webseite so bauen, dass die Inhalte in der Form so ausgeliefert werden, wie der Nutzer das gerade braucht. Das wird wahrscheinlich auch die Zukunft sein,

Jemand, der nach einem Notdienst sucht, der hat ein völlig anderes BedĂŒrfnis als jemand, der Implantatkosten sucht.

Was wir hÀufig sehen ist, dass alle Nutzerintentionen, so wie wir das nennen, gleich behandelt werden. Entweder ist es dann, dass jemand sagt, ich will da ganz lange Texte haben, viel Texte haben oder jemand, der sagt, ich möchte kurze Texte haben.

Aber es wird selten individuell darauf geachtet, wie können wir denn möglichst individualisieren. Und da denke ich, geht es hin. Plus die schönen digitalen Helferlein wie Einbindung einer Videosprechstunde, Einbindung von Onlineterminbuchungssystemen – weil die Leute es einfach gewohnt sind.


Wie siehst du den Einsatz von Google my Business – jetzt und auch in Zukunft?

Ich finde, es ist immer noch eines der meistunterschÀtzten Tools.

Das ist der Google-Eintrag zu einem Unternehmen. Wenn ich mein Unternehmen selbst einmal google, dann erscheint auf der rechten Seite ein Eintrag, wenn dann alles richtig hinterlegt ist, mit Öffnungszeiten, evtl. Fotos und mit ein paar Infos dabei. Wenn es nicht gepflegt ist – und das ist hĂ€ufig der Fall, dass man die Inhaberschaft dafĂŒr nicht angefordert hat – dann kann es sein, dass der Eintrag dennoch existiert. Das hat Google sich dann aus BranchenbĂŒchern oder dem Handelsregister gezogen.

Man sieht glĂŒcklicherweise inzwischen immer mehr, dass die EintrĂ€ge gut gepflegt sind.

Google stellt Tools zur VerfĂŒgung, man kann sich die App herunterladen. Da braucht man wenig technisches Know-How dafĂŒr. Hat dann aber direkt unter Kontrolle, welche Information an der Front des Patienten stehen.

Google my Business Profil der ZahnÀrzte im Einkaufszentrum Schloss Berlin-Steglitz

Weil wenn die Patienten nach der Praxis googeln, dann ist es ein Irrglaube, dass die Leute sich Internetadressen merken und dann oben ins Browserfeld eingeben, das tut im Grunde niemand.

Die Leute googeln, auch wenn man seit 20 Jahren Stammpatient ist.

Mit diesen EintrĂ€gen kann man Informationen sehr schnell bekannt machen, die einem auch direkt ins Auge fallen. Und auch mit Bildern, mit geĂ€nderten Öffnungszeiten, mit News, die man einpflegen kann. Und das ist sehr einfach mit dieser App.

Bitte dringend benutzen, zumal man auch noch einen Vorteil hat: Wenn da möglichst viele Informationen hinterlegt sind und auch schöne, viele, aktuelle Informationen, kann das auch einen positiven Einfluss auf das Google-Ranking allgemein haben.


Was glaubst du wie Google und andere Suchmaschinen heute und in Zukunft bewerten, dass die Inhalte exakt die Nutzerintentionen treffen?

Wenn man generell eine Strategie verfolgt, dass man einfach QualitÀt liefert und sein Bestmögliches gibt, um einem Nutzer hochqualitative Inhalte zu liefern, dann kann man nie etwas falsch machen.

Google testet tÀglich sehr viele Rankingfaktoren. Es gibt viele Updates, die inzwischen eingespielt werden. Ich persönlich habe 2003 / 2004 schon aufgehört damit, immer diesen Updates hinterherzulaufen und immer zu versuchen, irgendwelche Schwachstellen zu entdecken und zu manipulieren.

Ich muss zugeben 2000 und 2001 habe ich das noch gemacht. Und dann kam 2003 das erste große Update und Google hat gesagt “Moment bitte,  verarsche mich nicht. Ich bestrafe jetzt erst mal alle, die das versucht haben”.

Das ging fĂŒr Viele noch ein paar Jahre danach gut und jetzt merkt man in den letzten Jahren ganz deutlich, dass diese versuchte Manipulation nie von Dauer ist und nicht nachhaltig. Google wird jeden Tag schlauer. Die beschĂ€ftigen die schlausten Ingenieure der Welt. Es ist merklich so, dass Google immer Wege und Mittel findet – was sucht der Nutzer denn tatsĂ€chlich.

Wie das Beispiel, wenn ich nach “Wetter Leverkusen” suche, dann erwarte ich kein 500-Wörter-Text, der voll ist mit Wetter-Leverkusen, sondern ich erwarte im Idealfall, das ist mein Wunsch, meine Nutzerintention, ein Sonnensymbol mit 23 Grad. Im Grunde brauche ich nicht mehr, als diese Intention erfĂŒllt zu haben.

Und da sind wir auch wieder bei Google my Business. Wenn ich “Dr. Praxis XXX Telefonnummer” suche, dann geht Google hin und zeigt nur die Telefonnummer an, weil das auch der schnellste Weg ist. Google nimmt an, wenn derjenige die Telefonnummer hat, dann braucht er nicht noch auf die Webseite zu gehen, denn da könnte es ja wieder sein, dass er auf der Seite Zeit vergeuden.


Die Website der Zahnarztpraxis und die Social Media KanĂ€le. Praxismarketing fĂŒr ZahnĂ€rzte.

Wie wichtig ist es bei Google-Ads und Social Media-Ads die Intention zu kennen, die hinter dem Klick auf die Anzeige steckt?

Zum einen hat Google selber Bewertungssysteme, die versuchen, eine Wahrscheinlichkeit hervorzusagen, wie zufrieden der Nutzer insgesamt mit der Erfahrung, wenn er auf diese Anzeige klickt. Klingt auch nach Hokuspokus, sind aber im Grunde nur ein paar mathematische Formel, wie z. B. die Klickrate.

Also, wie relevant ist meine Google-Anzeige zu dieser Suchanfrage im Vergleich meinen Wettbewerbern. Dann misst Google beispielsweise wie schnell wird die Webseite dahinter geladen. Weil, es ist nun mal so, wenn ich mit meinem Handy unterwegs bin und die Webseite ist nicht auf schnelle Performance optimiert und lÀdt sich halbtot, dann bin ich schnell wieder weg und habe eine schlechte Nutzererfahrung.

Es gibt da wieder einen Bonus fĂŒr Webseiten, die darauf geachtet haben.

Dann prĂŒft Google auch: Kommen die Begriffe, die der Nutzer sucht, auch in der Form auf der Webseite vor? Damit der Nutzer dann natĂŒrlich sofort eine Relevanz erkennt und sagt, genau das habe ich gesucht, das steht in der Anzeige und das finde ich auf der Landingpage / auf der Webseite selber.

Dann ist das eine positive Nutzererfahrung und die wird hinterher dann wieder belohnt, indem ich langfristig weniger Geld fĂŒr Google-Werbung ausgebe oder fĂŒr die Klicks.


Wann sollten Praxen Anzeigen bei Google schalten und wann in Sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram?

Das ist relativ einfach zu erklĂ€ren. Bei Google gebe ich etwas ein, suche etwas, wonach ich Bedarf habe. Das kann eine Information sein, das kann die Suche nach einem Dienstleister sein. Aber, ich habe ein BedĂŒrfnis und das Ă€ußere ich ĂŒber den Suchschlitz bei Google. Da ist ein Bedarf ganz bewusst und viel nĂ€her kann ich gar nicht dran sein an den BedĂŒrfnissen des Kunden oder Patienten. Ich muss nur sagen, komm vorbei und hole es dir.

Umso blöder ist es natĂŒrlich, wenn die Schritte dahinter nicht optimiert sind. Wenn ich dann auf einer Webseite lande und die Telefonnummer nicht finde oder das Kontaktformular nicht funktioniert, sie zu langsam ist oder weil ich thematisch nicht abgeholt werde.

Bei den Social Media-Ads ist es so: Ich logge mich nicht bei FB oder Instagram ein, um eine Information von einem fremden Zahnarzt zu bekommen, da habe ich keinen bewussten Bedarf. Eigentlich bin ich gar nicht aus dem Grunde auf der Plattform, um auf Werbung zu warten. Es ist aber eine schöne reichweitenstarke Möglichkeit, um Leute auf etwas aufmerksam zu machen und ein BedĂŒrfnis ĂŒberhaupt erst einmal zu erwecken, wenn man es dann richtig macht.

In dem Moment macht man ihn darauf aufmerksam. Wir erwarten natĂŒrlich nicht sofort, dass er zum Hörer greift und einen Termin macht, aber dieser kleine BerĂŒhrungspunkt / dieser Wunsch ist vielleicht schon einmal gesĂ€t.

Wenn man dann noch an der richtigen Stelle parat ist und sagt, es ist irgendwann einmal so weit, und derjenige ist reif fĂŒr das Produkt, geht dann zu Google und sucht dann halt “Bleaching” und ich stehe dann wieder da – dann wĂ€re das schon der 2. BerĂŒhrungspunkt. Insofern habe ich dann diese Customer Journey, wie wir das nennen. Wenn wir die mit möglichst vielen BerĂŒhrungspunkten abdecken, dann haben wir am Ende des Tages eine möglichst hohe Wahrscheinlichkeit, den Besucher halt auch wirklich zum Patienten zu machen.


Social Media KanÀle im Praxismarketing. parsmedia - Praxismarketing-Blog.

Wie entwickeln sich die Social Media-KanÀle?

Online mĂŒssen wir immer mit starken VerĂ€nderungen rechnen. Wer behauptet, dass das immer so bleibt, der hat die letzten 15 Jahre online verpasst.

Es gibt immer KanĂ€le die kommen, werden gehypt ein paar Jahre und sind irgendwann dann wieder weg. Also wie ich gelesen habe, studiVZ ist reaktiviert. Das war mal ein ganz großer Hype. Wie viele andere KanĂ€le, wo man gesagt hat, das war mal wahnsinnig groß.

Man sagt jetzt auch schon ĂŒber Facebook, ob sich das ĂŒberhaupt noch lohnt. Dem FB-Universum gebe ich noch ein paar Jahre, wenn man bedenkt, dass da sogar ein Nutzerwachstum stattfindet.

Ich finde es wichtig, nicht immer nur kanalbasiert zu denken, sondern wieder ein Schritt zurĂŒckzugehen, an die Strategie zu denken, an seine Vision, an seine Zielgruppe und das einfach im Blick zu behalten. Weil damit kann man nichts falsch machen.


Welche Rolle spielen weiterhin Reputation, Bewertungen und Meinungen?

Denken wir an die Frage vorher, an die Customer Journey. Wir haben jemanden ĂŒber Facebook erreicht und haben jemanden dazu gebracht, ĂŒber eine Bleaching-Behandlung nachzudenken und dann googelt er, was ist Bleaching und was kostet das.

Dann landet er auf der Webseite von Dr. XXX. Und dann googelt er aber auch direkt noch einmal nach Dr. XXX und sieht, dass dort Bleaching-Behandlungen durchgefĂŒhrt wurden und trifft auf unzufriedene Patienten. Dann glaubt doch heute keiner mehr, dass dort trotzdem jemand anruft.

Das ist einfach der letzte Schritt immer kurz davor, um seine eigenen Meinung gegenzuchecken ĂŒber den Social Proof. Wir wollen selten der Erste sein, die eine Erfahrung machen und berufen uns auf das, was andere eventuell erlebt haben. Da sind halt Bewertungen aus Google oder Jameda ein wichtiges Instrument, sowohl positiv als auch negativ. Da muss man ganz viel Acht darauf haben.

Das ist jedem klar: Niemand ist perfekt. Wenn man dann aber ordentlich darauf reagiert, und da einen richtigen Weg findet, wie man da respektvoll mit umgeht, dann kann das einen sehr starken Effekt in der Außenwirkung haben. Wenn ich mich wirklich irgendwo angegriffen fĂŒhle in einer Bewertung, tief durchatmen oder die Antwort jemand Anderen schreiben lassen. Weil nichts ist schlimmer als eine Antwort aus dem Bauch heraus zu schreiben.

Dann habe ich dem vielleicht gegeben, was er verdient hat, aber die 500 potenziellen Patienten, die das danach lesen, denken, ich bin ein 
 !

Ich weiß, dass es viele Praxen interessiert, was man mit völlig offensichtlich und nicht gerechtfertigten Bewertungen macht. Da munkelt man, dass es in letzter Zeit ĂŒber den Rechtsweg einfacher ist, solche Bewertungen löschen zu lassen. Das ist so (und hier helfen wir auch gerne).


Welche Rolle spielen kĂŒnftig eigene KanĂ€le wie Blogs, Podcasts und YouTube?

Da ist natĂŒrlich die Frage, inwieweit man einen Personal-Brand (eine Personen-Marke) ist oder wie stark man seine persönliche Reputation oder Expertise nach außen treiben möchte. Also bin ich in einem besonderen Fachgebiet besonders stark, macht das natĂŒrlich absolut Sinn, wenn man persönlich ĂŒber seine Themen schreibt, bloggt, podcastet und youtubed.

Wenn ich als Spezialist immer wieder zu einem Thema auftauche und wahrgenommen werde, habe ich natĂŒrlich bessere Möglichkeiten, eine hohe Sichtbarkeit zu erlangen.

Wenn ich sage, meine Praxis steht im Vordergrund oder mein Team, ich habe ganz andere Ziele, dann sind halt andere Maßnahmen zu bevorzugen.

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