VENE, VIDI, VISITENKARTE – strategischer Superstar der Zahnarztwerbung!

Ich kenne da Einen, der Einen kennt, der angeblich gesagt haben soll: „Werbung? Braucht der Zahnarzt nicht! Eine Visitenkarte reicht … „!

Tatsächlich weiß ich nicht, ob es diese Aussage so wirklich gegeben hat. Und ich bin auch nicht sicher, ob der, den ich kenne, Einen kennt, der vielleicht diesen Satz – so, oder so ähnlich – irgendwann einmal formulierte.

Veni vidi Vsitenkarte!

Veni vidi Vsitenkarte!

Die Tatsache, dass es jemanden geben könnte, der diesen Satz im vollen Bewusstsein seiner kommunikativen Kompetenz in einem Raum mit Zahnärzten gesagt haben könnte – die hat mich nicht los gelassen. Wisst ihr warum? Weil diese Aussage stimmt! Weil es endlich einmal jemand ausgesprochen hat und weil jemand den Mut hat, diesen nerdhaften und digital hyperventilierenden Web-2(3-4).0 Marketing-Fuzzies ihren intellektuell begrenzten Zahnfleischsaum aufzuzeigen – DANKE!

Dieses ganze Gerede rund um Werbung, Marketing und strategische Positionierung einer Zahnarztpraxis mit den Werkzeugen moderner Kommunikation – das ist doch alles Unfug. Was die moderne Zahnarztpraxis braucht, ist eine Visitenkarte. Ein schlichtes Rechteck mit Zahlen und Buchstaben, die dem Patienten schon den richtigen Weg weisen werden: Name, Adresse, Telefonnummer und Fax – basta!

So ging es früher – und so geht es heute. Patienten kommen in die Praxis, weil sie schon immer dahin gegangen sind – und sie sind zufrieden: mit dem Service, der Organisation, der Behandlung und den Preisen. Und das erzählen sie ungefragt dem Rest der Welt, oder des Dorfes. Und wer es hört, der folgt dem Ruf der Visitenkarte. Eine dentale Zweckgemeinschaft. Ein Kollektiv parodontal motivierter Lemminge, die sich auf dem Zahnfleisch kriechend in Richtung kariesfreier Verheißung begeben. Und der Weg ist gleichzeitig das schwarz auf weiß dokumentierte Ziel: eine Postleitzahl, eine Straße, eine Adresse – sauber und lesbar dokumentiert auf einer Visitenkarte. Die Glückseeligkeit der Patienteninformation!

Es ist doch einfach nur entspannend für alle zukunftsorientierten Visitenkarten-Strategen: Kein Stress mit dem Internet. Keine Patienten, die sich ein Online-Bild der Praxis machen, bevor sie ihre Entscheidung treffen und ihr sauer verdientes Geld für igelige Privatleistungen in die Praxen tragen. Keine Gespräche über Dörfer aus Böhmen mit selbst ernannten Social-Media-Gurus, die tatsächlich glauben, dass es Menschen gibt, die sich via Facebook der medizinischen Profession nähern – von dieser angeblichen Notwendigkeit googleoptimierter Internetseiten rede ich hier erst gar nicht.

Und das reicht jetzt auch. Die Botschaft ist wohl angekommen. Und ob dieser Satz mit der „Visitenkarte“ tatsächlich irgendwann gefallen ist? Ich weiß es nicht. Und wenn ja, war er vielleicht gar nicht so – oder so restriktiv – gemeint und man sollte ihn auch gar nicht so ernst nehmen. Wie man so viele Dinge, die jeden Tag ihren Weg in die digital vernetzte Welt finden, einfach nicht immer so ernst nehmen sollte!

p.s. Dieses @-Ding auf der Karte war ein Versehen der Agentur … sorry! Die Praxis hat gar keine Homepage – schnick-schnack, sagt der Praxisberater! Dafür ist man auf das Logo besonders stolz. Ein gezogener Backenzahn – mit Wurzeln! Chapeau! Endlich haben diese ganzen Praxisschilder der Orthopäden mit ihren gebrochenen Schienbeinen und gerissenen Muskelbündeln einen wirklichen  Konkurrenten.

2 Kommentare zu "VENE, VIDI, VISITENKARTE – strategischer Superstar der Zahnarztwerbung!"

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