Dentale Texte im Netz: Schreiben, damit wir gelesen werden!

Mit unseren Inhalten bedienen wir die Online-Leser und gleichzeitig auch die Bedürfnisse der Suchmaschinen. Beides muss stimmen: Wenn unsere Texte nicht gefunden werden, sind sie wertlos – wenn sie dann nicht gelesen werden auch! Internettexte sind wertvoller Content, wenn sie individuell und professionell erstellt werden. Folgende Fragen möchte ich dazu beantworten (oder anregen über sie nachzudenken):

  • Wie ist das jetzt eigentlich mit diesem „professionellen Content“, auf den die größte aller Suchmaschinen so scharf ist?
  • Was könnte gemeint sein, wenn alle über „Inhalte mit Mehrwert“ sprechen und schreiben?
  • Welche Bedeutung haben mögliche Antworten auf diese Fragen für die Onlinekommunikation der Zahnarztpraxis?

 hands pushing keys of computer

Welche Ziele haben Texte im Netz?

Ganz einfach, oder? Sie sollen gelesen werden! Texte – und anderer Content wie Bilder oder Videos – sollen Menschen im Netz ansprechen, informieren und auf den jeweiligen Seiten halten. Texte sind zudem die zentrale Informationsquelle für die Suchmaschinen (wir nennen sie Google), wenn es um die Bewertung der jeweiligen Internetseite geht.

„Hochwertige Inhalte (Content) mit Mehrwert für den Leser“ ist eines der aktuell wichtigsten Merkmale von Internetseiten, damit Google sie entsprechend gut positioniert – professionelle und technisch saubere Programmierung vorausgesetzt.

Google hat ja vor allem ein Ziel: Den Kunden die bestmöglichen Antworten auf ihre Suchanfragen zu liefern. Wenn Internettexte also optimal für den Leser sind, dann sollten sie eigentlich auch optimal für Google sein!

Zur Erklärung: Ich verfasse diesen Blogartikel aus Sicht eines schreibenden Journalisten. Google ist für mich in seiner Tiefe eines dieser berühmten Dörfer aus Böhmen. Die Google-Profis und SEO-Spezialisten mögen mir daher den einen oder anderen Fauxpas verzeihen und in den Kommentaren richtig stellen.

Und selbstverständlich können bestimmte Darstellungsformen ganz bestimmte Absichten verfolgen, die nicht immer mit journalistischen Ansprüchen vereinbar sind!

Gute Inhalte werden verstanden und nutzen dem Leser!

Hochwertiger Content zeichnet sich zum einen durch seinen Inhalt und zum anderen durch Stil und Form aus. Gute Inhalte

  • sind für jeden verständlich,
  • bieten Informationen mit Mehrwert,
  • orientieren sich am Leser.

Überschrift und Einleitung müssen den aktuellen Informationsbedarf des Lesers bedienen. Schon in den ersten Sätzen sollte deutlich werden, dass die vorliegende Information nützlich und wertvoll ist. Dabei steht nicht das Interesse der Praxis im Vordergrund – es geht immer um den Nutzen des Patienten.

Dass Patienten „mit innovativer Technik und modernster Ausstattung“ behandelt werden ist nicht die zentrale Botschaft – im Mittelpunkt muss das Ergebnis für den Patienten stehen. Auch die „minimalinvasive, computernavigierte, schablonengeführte Implantologie“ sollte so erklärt werden, dass jeder medizinische Laie versteht, worum es geht und welche Vorteile er persönlich davon hat.

Gute Texte sind authentisch, individuell und glaubwürdig!

Ich stelle mir häufig die Frage, warum manche Zahnärzte auf ihren Praxisseiten immer noch mit Fachwissen glänzen, statt mit Informationen und Emotionen. Patienten gehen in der Regel davon aus, dass Zahnmediziner ein akademisches Studium erfolgreich absolviert haben. Hierzu bedarf es keiner Bestätigung durch Sätze wie diese:

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Wer seine Leser mit hochwissenschaftlichen Formulierungen konfrontiert, der überfordert sie. Wer für Patienten schreibt, muss authentisch und individuell schreiben – in der Sprache seiner Leser.

Die Inhalte sollten individuell und größtenteils einzigartig (unique) sein, denn nicht nur Google findet „doppelte Inhalte“ langweilig und straft die entsprechenden Seiten mit Desinteresse.

Und authentisch heißt vor allem auch glaubwürdig. Der Umgang mit Superlativen sollte mit Bedacht und Vorsicht gewählt werden. Schließlich kann jedes Unternehmen – und damit auch jede Praxis – von sich behaupten, „den besten Service zu bieten“, oder „hochqualifizierte Mitarbeiter“ zu haben. Nichts gegen solche Aussagen (solange sie berufsrechtlich vertretbar sind), aber sie sollten belegt werden und für den Leser nachvollziehbar sein.

Lesbare und verständliche Texte durch Stil, Form und Struktur!

Wenn Texte so geschrieben werden, dass sie für Google optimiert sind, bleiben journalistische Ansprüche oftmals auf der Strecke. Immer wieder finde ich Textpassagen, in denen sogenannte „Keywords“ inflationär eingesetzt werden

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Ob und wann solche Formulierungen (so ähnlich im Netz gefunden) wirklich nötig sind, weiß ich nicht. Aber eins ist klar: Die pure Lust zu lesen vergeht – und Internetseiten ohne große Verweildauer sind sicher auch nicht im Sinne des „Systems Google“.

„SEO (Search-Engine-Optimization = Suchmaschinen-Optimierung / Anm. des Autoren) ist mitunter auch deshalb so spannend, weil es von Erfahrungen und eigenen Erkenntnissen abhängig ist. Es wird angewandt, was funktioniert. Deshalb finden sich immer noch Texte, die eher für Suchmaschinen geschrieben wurden als für Menschen. Diese Texte allein sind zwar kein Garant für Top-Rankings, aber die guten alten Keywords sind immer noch einer von vielen wichtigen Faktoren. Ich würde aber nicht mehr so weit gehen, in einem Textabsatz mehrmals hintereinander den Praxisnamen zu nennen. Google ist mittlerweile „schlau“ genug, dies auch so zu erkennen und lässt sich nicht durch penetrante Wiederholungen von Keywords täuschen.“ Sebastian Frost, parsmedia

Im Blog von parsmedia findet ihr einen aktuellen Post von Sebastian: „FAKTOREN FÜR GUTE RANKINGS – WELCHE INHALTE SIND FÜR GOOGLE VON RELEVANZ?

Einige Tipps für gute Texte (nicht nur im Netz relevant)!

Gerade bei den klassischen Texten der Internetseiten gilt es, eine gute Mischung zu finden. Die zentralen Suchbegriffe müssen vorhanden sein und Stil und Form der Texte sollten zum Lesen anregen.

Hier einige Faktoren für gute Texte:

  • Klare und prägnante Überschriften!
  • Einordnende Zwischenüberschriften!
  • Kurze Sätze mit maximal zwei Satzteilen!
  • Aktiver Stil mit Verben statt Substantiven!
  • Auflockernde Elemente wie Aufzählungen und Tabellen!
  • Bilder und Grafiken!
  • Keine Bleiwüsten: 600 bis 1000 Wörter sollten reichen!
  • Keywords sinnvoll und sparsam einstzen!

Wichtig sind sicher auch weiterführende Links, um dem eigenen Content mehr Wert zu verschaffen – wie diese Buchempfehlung: Professionelle Webtexte und Content Marketing von Michael Firnkes

Ein kleines und ganz persönliches Fazit!

Hochwertiger Content und seine Vermarktung im Netz (Content Marketing) werden immer mehr zur Königsdisziplin erfolgreicher Onlinekommunikation. Gute Texte sind das Ergebnis von Recherche, Konzept und Produktion. Die Basis ist fundiertes journalistisches Wissen, das nur selten in irgendwelchen konfektionierten Baukästen zu finden ist. Das gilt zum einen für die klassischen Informationstexte auf der Homepage, aber noch mehr für redaktionelle News und aktuelle Blogartikel.

Übrigens: Google findet diesen Satz – so, oder so ähnlich – über 100.000 Mal auf deutschen Zahnarztseiten.

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Warum steht diese Aussage am Ende meines Artikels? Sollte dieser Satz diskutiert werden, habt ihr den Text bis zum Ende gelesen …

4 Kommentare zu "Dentale Texte im Netz: Schreiben, damit wir gelesen werden!"

  1. Wegweisender Artikel! Danke für die Erwähnung
  2. Nikolas sagt:
    Mein Google finden den Schlusssatz kein einziges Mal….
    1. Klaus Schenkmann sagt:
      Hallo Nikolas, natürlich wird der Satz nicht im exakten Wortlaut rund 100.000 Mal angezeigt. Aber die Eingabe des Satzes ergibt eben diese Anzahl an Fundstellen!

      Gruß Klaus

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